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"Wenn es wahr ist, dass Männer besser als Frauen sind, weil sie stärker sind, dann frage ich mich: warum sind unsere Sumo-Ringer nicht in der Regierung?" Diese Frage stellt 1884 eine junge Frau namens Kishida Toshiko in einer neuen japanischen Zeitschrift, die sie selbst heraus gibt. Ihre Publikation heißt "Die Fackel der Freiheit" und ist eine der ersten Schriften im Land, die das Ziel hat, Frauen ins öffentliche Leben mit einzubeziehen. Kishida Toshiko wird 1863 in Kyoto geboren. Sie ist die Tochter einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie und ihre Mutter ermöglicht ihr die Bildung, die sie als Mädchen dieser Zeit wahrnehmen kann. Toshiko besteht im Alter von 9 Jahren eine Schulprüfung für 15-jährige. Sie ist nicht nur klug sondern auch eine Schönheit. Mit 16 Jahren wird sie an das Japanische Kaiserhaus gerufen und als literarische Ratgeberin angestellt. Doch schon zwei Jahre später verlässt sie den Hof unter dem Vorwand, sie sei krank. Später schreibt sie, das höfische Leben sei weit entfernt von der Realität, "ein Haus voll schöner Frauen, voll Langeweile und ein Symbol für die Ausbeutung von Frauen als Konkubinen - und das ist eine Schandtat." Sie setzt sich für die Menschenrechte von Geishas ein und beginnt, ihre Meinung auf öffentlichen Plätzen kund zu tun. Als dynamische und kraftvolle Rednerin bemängelt sie die fehlenden Rechte für Frauen, fordert uneingeschränkten Zugang zu Bildungseinrichtungen für Mädchen und klagt die Versklavung von Frauen durch Zwangsprostitution an. Sie wird von der Polizei verfolgt und ins Gefängnis gesteckt. Ihre Worte aber ermutigen tausende Frauen, sich ihrer Bewegung, der ersten japanischen Frauenbewegung, anzuschließen.
Autor/in:
Renate Werner
Redaktion:
Regina Tanne
Starke Frauen: Kishida Toshiko






