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In ihrer anonym veröffentlichten Lebensgeschichte "Hennamond" berichtet sie 1999 über das Leben junger Frauen in Anatolien, über Zwangsverheiratung und sogenannte Ehrenmorde. Die hat sie als junges Mädchen selbst miterlebt. Sonja Fatma Bläser stammt aus einem kleinen Dorf und kommt als 9-jährige zu ihrer Familie nach Deutschland. Hier hofft sie auf ein Leben "ohne Heimlichkeiten und Gewalt". Doch mit 19 Jahren wird sie in die Türkei zurück geschickt und soll dort gegen ihren Willen verheiratet werden. Fatma flieht und taucht in Deutschland unter. Heute ist sie eine unermüdliche Mahnerin. Sonja Fatma Bläser hält Vorträge in Schulen, berät Migrantinnen und spricht deutlich über die Verbrechen an Mädchen und Frauen. Vehement fordert sie zum Beispiel ein Kopftuch-Verbot für Lehrerinnen und besonders für Schülerinnen: "Die Kinder unterliegen so einem starken Druck durch ihre Familien. Von einer freiwilligen Entscheidung für das Kopftuch kann keine Rede sein"“ Immer wieder ermutigt sie junge Migrantinnen, eine Ausbildung zu machen, selbstständig zu werden, sich dem Diktat der Familie nicht zu beugen. Und sie appelliert an die jungen Männer, nicht zum Mörder ihrer Schwestern zu werden. 2006 erhält Sonja Fatma Bläser den Ludwig-Beck-Preis für Zivilcourage.
Autor/in:
Andrea Kath
Redaktion:
Regina Tanne
Serie Starke Frauen: Sonja Fatma Bläser






