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"Schöner, liebenswerter und guter Freund, wann werdet Ihr in meiner Gewalt sein, auf dass ich eines Abends mit euch schlafe?"
Die Liebeslieder der Comtesse de Dia strotzen geradezu vor Selbstbewusstsein und direkter Erotik. Ihre Zeitgenossen sind erstaunt und verwirrt. Das Außergewöhnliche daran ist, dass eine Frau in die Männerdomäne Minnesang einbricht.
Beatriz de Dia gehört zu den wenigen uns heute namentlich bekannten Komponistinnen des Mittelalters. Sie ist eine legendäre Figur, die die Fantasie von Forschern und Biografen beflügelt hat. Das führte zur Beschreibung unterschiedlicher Lebensläufe.
Sicher wissen wir heute, dass sie um 1160 bis 1212 in der südfranzösischen Provence lebte und mit Guillem de Poitiers verheiratet war. Ihre Liebeslyrik soll einem Raimbaut d'Aurenga gegolten haben. Für ihn schrieb sie wohl auch "A chantar m'er" ("Singen muss ich"), ihr einziges Lied, das vollständig mit Text und Noten überliefert ist.
1974 feiert Beatriz de Dia eine Renaissance: Die Schriftstellerin Irmtraud Morgner lässt die Comtesse nach über 800-jährigem Schlaf wiederauferstehen und macht sie zur Heldin ihres Romans "Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura".
Autor/in:
Sabine Tenta
Starke Frauen: Beatriz de Dia, Minnesängerin
Literaturhinweise
- Frauenlieder des Mittelalters, hg. von Ingrid Kasten
Reclam zweisprachig, Stuttgart 1990, 7,60 €
- Der Roman von Irmtraud Morgner, "Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura", wird zur Zeit nicht aufgelegt und kann nur antiquarisch erstanden werden.





