s
Als die "Royal Geographical Society" sie 1892 als erste Frau in ihre Reihen aufnimmt, antwortet Isabella Bird knapp: "Ich bin dankbar für die Neuerung, die Arbeit einer Frau anzuerkennen."
An Selbstbewusstsein hat es der kaum 1 Meter 50 großen Engländerin nie gemangelt, und für ihre Leidenschaft, das Reisen, ist ihr keine Mühe zuviel. Im Gepäck ein Reisebett, einen Klappstuhl und eine Badewanne aus Gummi - lauter Notwendigkeiten für eine "schwächliche Person" mit Rückenproblemen.
Schon als Kind leidet Isabella an einem obskuren Wirbelsäulengebrechen; mit 18 wird ihr ein Tumor entfernt. Danach verbringt sie die meiste Zeit liegend im Wohnzimmer, bis der Hausarzt die Familie überzeugt, dass Isabella dringend eine Luftveränderung braucht und eine Seereise empfiehlt - damals ein übliches Heilmittel für etwas überspannte, allein stehende, junge Damen. Die Schiffspassage von Liverpool über Halifax nach St. Johns in Neufundland markiert den Beginn zahlreicher ausgedehnter Reisen, die Isabella Bird in den nächsten Jahrzehnten unternimmt. Australien, Neuseeland, Hawaii, Japan, China, Indien - sie dringt in Gegenden vor, die noch kein Europäer vor ihr betreten hatte. Der "Spectator" schreibt 1879 begeistert: "Nie hat jemand solche Abenteuer erlebt wie Miss Bird!"
Autor/in:
Claudia Heissenberg
Starke Frauen: Isabella Bird, Reisende






