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Am 11. April 1928 wird der Lehrer Otto Braun angeklagt wegen Hochverrats, im Verhandlungssaal des Kriminalgerichts Berlin-Moabit mit Waffengewalt befreit - von einer Handvoll Genossen und einer jungen Frau.
Ihr Name ist Olga Benario. Tochter eines jüdischen Anwalts in München, und schon mit siebzehn als "kommunistische Agitatorin" in den Listen der Polizei geführt. Nach der spektakulären Befreiungsaktion taucht die 20-jährige unter und flieht dann nach Moskau.
1935 lernt Olga Benario den brasilianischen Volkshelden, Hauptmann Luis Carlos Prestes, kennen. Sie werden ein Liebespaar und reisen als "Eheleute Bergner" in seine Heimat, um dort einen Aufstand zu organisieren. Die Revolte scheitert, beide werden verraten und verhaftet. Olga, im 7. Monat schwanger, wird nach Deutschland abgeschoben, wo sie im Berliner Frauengefängnis ihre Tochter Anita zur Welt bringt. Im Frühjahr 1942 stirbt Olga Benario in der Gaskammer.
Autor/in:
Claudia Heissenberg
Starke Frauen: Olga Benario, Revolutionärin
Literaturhinweise
- Fernando MORAIS, Olga, rororo Taschenbuch-Verlag, 1992
- Ruth WERNER, Olga Benario, Verlag Neues Leben, Berlin,
19. Aufl. 1989, vergriffen, nur noch antiquarisch erhältlich.
- William WAACK, Die vergessene Revolution. Olga Benario und die deutsche Revolte in Rio. Vergriffen, nur noch antiquarisch erhältlich.
- VVN Westberlin -Verband der Antifaschisten (Hrsg.), Olga Benario. Das Leben einer Neuköllner Antifaschistin. Für € 2,50 zu beziehen über die Galerie OLGA BENARIO, Richardstr. 104, 12043 Berlin
- Anfang Dezember soll der Dokumentarfilm "Olga Benario - ein Leben für die Revolution" in die Kinos kommen. Autor ist der in Köln lebende türkische Filmemacher Galip Iyitanir.






