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Der jungen Französin Odette du Puigaudeau stehen in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts alle Türen offen: Die Vorfahren ihrer Mutter sind durch Handel mit den Antillen zu Wohlstand gekommen. Ihr Vater, ein Maler, hat ihr schon als Kind das Zeichnen beigebracht.
Sie zieht nach Paris, lebt auf einem Hausboot, studiert eine Zeitlang Ozeanografie, entwirft Kleider für das Modehaus Lanvin, arbeitet als wissenschaftliche Illustratorin und macht durch Reportagen auf sich aufmerksam.
Den Traum von der ganz großen Reise erfüllt sich die Bretonin mit 39 Jahren. An Bord eines Langustenfangschiffes reist sie 1933 mit ihrer Freundin nach Mauretanien. Ein paar französische Militärposten, dazwischen die Weiten einer längst nicht vollständig kartografierten Wüste, die viele Gefahren birgt: Überfälle, Sandstürme, Fieber, ausgetrocknete Brunnen. Die beiden Frauen schlagen alle Warnungen in den Wind und durchstreifen acht Monate auf Kamelrücken den mauretanischen Teil der Westsahara.
Odette plant und organisiert weitere Expeditionen, verfasst preisgekrönte Bücher und unzählige wissenschaftliche Artikel. Zuletzt lebt sie in Marokko, nahe ihrer geliebten Wüste. 1991 stirbt Odette du Puigaudeau im Alter von 97 Jahren.
Autor/in:
Beate Weides
Redaktion:
Regina Tanne
Starke Frauen: Odette du Puigaudeau - Reisende





