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Pinar Selek, geboren 1971 in Istanbul, ist eine der führenden feministischen Friedensaktivistinnen der Türkei. In ihrer Heimat gilt die Tochter eines Anwalts und einer Apothekerin als Ikone der Demokratiebewegung. Sie setzt sich ein für die Rechte der Kurden und der Homosexuellen, engagiert sich für Prostituierte und Straßenkinder. Große Bekanntheit erlangt die Soziologin mit einer Untersuchung über das Schicksal von Transsexuellen in der Türkei. Nicht jedem gefällt das, was sie tut und veröffentlicht. 1998 wird Pinar Selek angeklagt, auf einem Istanbuler Markt eine Bombe gelegt zu haben. Zweieinhalb Jahre ist sie inhaftiert, wird gefoltert, schließlich von allen Vorwürfen freigesprochen. Nun soll der Prozess wieder aufgenommen werden.
Pinar Selek hat 2009 Hals über Kopf die Türkei verlassen, denn bei einer erneuten Verurteilung droht ihr eine lebenslange Haftstrafe. Seit einem Jahr lebt die 39-jährige Autorin in Berlin. Der PEN-Club gewährt ihr Schutz, Hilfe und ein Stipendium. Kürzlich ist ihr Buch "Zum Mann gehätschelt, zum Mann gedrillt" auf Deutsch erschienen. In der Türkei sorgt das Buch, das sich mit dem Militärdienst türkischer Männer beschäftigt, schon seit zwei Jahren für großes Aufsehen. "Ich suche die Basis der Gewalt", sagt Pinar Selek. Weder Haft, Folter noch Exil haben ihr den rebellischen Geist austreiben können. "Ich mache es für mich, für meine Ehre, für mein Glück. Und dafür, dass ich mich im Spiegel anschauen kann und zufrieden bin."
Autor/in:
Melahat Simsek
Redaktion:
Regina Tanne






