Was ist ein Basismodul?

- Start ins Unileben
Was ist ein Basismodul? - Orientierungssuche auf dem Campus
Morgenecho-Serie: Sturm auf den Hörsaal – Semesterbeginn an den Universitäten
Wer bei den "Ersti-Tagen" der Universität Bonn im Hörsaal sitzt, hat es eigentlich schon geschafft: Einen Studienplatz zu ergattern war in diesem Jahr für die Erstsemester alles andere als einfach. Jetzt stellt der Uni-Alltag ganz neue Herausforderungen: Was mag bloß ein Basismodul sein? Wo findet man das "Juridicum"? Und welches sind die besten Kneipen in Bonn? Ein Einblick in die Lebenswirklichkeit der Erstsemester.
Von Bastian Brandau

- Nur der Anfang
Der akademische Applaus sitzt bereits bei den Politik-Erstsemestern der Uni Bonn: Nach dem Vortrag des Dozenten klopfen rund 180 Studienanfänger auf die Klapptische in Hörsaal 9. Die Holzvertäfelungen und Deckenlampen versprühen dort den Charme der 1970er Jahre, die Reihen sind gut gefüllt. Kurz vor Vorlesungsbeginn hat die Fachschaft zu den so genannten "Ersti-Tagen" eingeladen: Nach Stadtrallye und Mensa gibt es nun Informationen über den Studiengang "Politik und Gesellschaft". Etwas erschöpft sitzt Erstsemester Schirin Nouri nach dem Vortrag in der letzen Reihe des Hörsaals.
Taktiererei mit Bewerbungen
Die 20-Jährige kommt aus Dortmund und dass sie Politik studieren wollte, stand für sie schon länger fest, nicht jedoch wo: An zehn Universitäten hatte sie sich beworben, sie erhielt mehrere Zusagen, allerdings im Abstand von einigen Wochen. So war sie bereits in Hannover eingeschrieben, bis dann die Zusage aus Bonn kam.
2,1 als Durchschnittsnote im Abitur brauchte man, um sofort für den Bachelor-Studiengang "Politik und Gesellschaft" zugelassen zu werden. Für Schirin mit ihrer Abiturnote von 2,3 klappte es schließlich im Nachrückverfahren, sie verabschiedete sich von Hannover und schrieb sich in ihrer Wunschstadt Bonn ein.

- Philosophie für sich
Kampf gegen Stundenplanprogramme
Nach dem Einführungs-Vortrag geht es vom Hauptgebäude im Schloss durch den geschichtsträchtigen Hofgarten zum Juridicum. Dort, im Computerraum erstellen sich die Studienanfänger ihren ersten Stundenplan. Vorlesungsverzeichnisse in Buchform, handgezeichnete Stundenpläne und Leistungs-Scheine aus Papier gehören längst der Vergangenheit an. Die gesamte Studienorganisation läuft inzwischen hier über ein Computerprogramm namens "BASIS". "Das System ist bei manchen beliebt und bei anderen nicht," sagt Dagny von der Fachschaft lachend. An diesem Tag überwiegt offenbar die Gruppe letzterer: Viele Erstsemester sind unsicher und bitten Dagny, noch mal über ihre Entwürfe zu schauen.
Zwei Reihen weiter hinten sitzt Johannes Dabringhausen und grübelt über seinem Stundenplan: Rund 20 Wochenstunden belegt er in mehreren Basismodulen. Diese Module bestehen im ersten Semester aus Vorlesungen und Übungen zur Vertiefung. Diese alle unter einen Hut zu kriegen sei nicht einfach, sagt der Student, vor allem, wenn man nicht so viele Stunden Leerlauf zwischen den Veranstaltungen haben wolle.

- Nicht nur Arbeit
Ansturm der Erstsemester
Mit drei Freunden aus seiner Heimatstadt Mülheim an der Ruhr hat Johannes eine WG gegründet. Studienplatz und Wohnung, noch dazu in seiner Wunschstadt Bonn: Johannes hat Vielen etwas voraus: Die meisten seiner ehemaligen Mitschüler wurden wegen der doppelten Abiturjahrgänge und der Aussetzung der Wehrpflicht nicht zu ihren Wunschstudienfächern zugelassen - der Andrang war zu groß: "Da muss man taktieren", sagt Johannes, "sich bei der einen Uni schon einschreiben, bis man Nachricht von der anderen bekommt. Und dann muss man auch schon direkt mit der Wohnungssuche anfangen."
Dass die Zulassungskriterien für Politik im Vergleich zu anderen Fächern relativ entspannt sind, hat einen einfachen Grund: Die Universität Bonn hat im vergangenen Jahr die Studienkapazitäten für Politik von 90 auf 180 verdoppelt. "Unsere Uni erwartet vor allem im kommenden Jahr die große Studentenschwemme", sagt Dagny von der Fachschaft. 2012 werden auch in NRW die doppelten Abiturjahrgänge fertig. "Unser Fach ist sehr beliebt und insgesamt ist die philosophische Fakultät Bonn sehr voll. Ich weiß nicht, ob die Platzzahl nächstes Jahr noch mal erhöht wird. Eigentlich wäre es sinnvoll, aber dann fordert die Fachschaft auch mehr Personal", sagt die Fachschaftsvertreterin.
Wo bitte geht's zur Kneipe?
Erstsemester Johannes aus dem Computerraum ist seinen älteren Kommilitonen dankbar für die Orientierungshilfe bei den "Ersti-Tagen": "Man verbringt hier ja einen Abschnitt seines Lebens miteinander und möchte auch neue Leute kennen lernen. Dass man nicht von Anfang an auf sich allein gestellt ist, war für mich schon eine Hilfe", sagt er. Am Abend steht dann ein weiterer Programmpunkt an, der das Kennenlernen erleichtern dürfte: Gemeinsam mit ihren Tutoren gehen die Bonner Erstsemester auf Kneipentour.
Stand: Oktober 2011
Der Beitrag zum Nachhören
Die Serie im Überblick: Sturm auf den Hörsaal – Semesterbeginn an den Universitäten [Morgenecho]
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