Donnerstag, 24.05.2012

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Das Ende der "Safran-Revolution"?

Bild: Demonstrierende Mönche
Entscheidender Beitrag

Das Ende der "Safran-Revolution"?

Morgenecho-Serie: Birmanischer Frühling  

Von Udo Schmidt

2007 standen sie an der Spitze der Protestbewegung gegen das damalige Militärregime in Birma: die buddhistischen Mönche und ihre „Safran-Revolution“. Viele wurden verhaftet, die meisten jetzt erst wieder freigelassen.


Bild: U Gambira
An der Spitze der Aufstände

Das Maggin Kloster in Myanmars Hauptstadt Rangun, am Ende einer schmalen staubigen Gasse: Handwerker arbeiten hier an der Ummauerung des Hauses und an einem Abwasserkanal. Das ganze Kloster ist eigentlich eine Baustelle. Das sei notwendig, sagt der Mönch Eain Daka, der gerade nach mehreren Jahren Gefängnis aus der Haft entlassen wurde. Das Kloster war nach der „Safran-Revolution“ im Jahr 2007 geschlossen und weitgehend zerstört worden, weil es damals eine Art politischer Treffpunkt war: „Wir haben hier Medikamente ausgegeben und Hilfe geleistet“, erinnert sich Eain Daka, „wir waren bei den Militärs also verhasst. Deshalb haben sie alles zerstört.“

Im Maggin Kloster war auch U Gambira, der wohl bekannteste Mönch, der an der Spitze der Aufstände gestanden hatte. Auch er wurde erst am 13. Januar 2012 wieder aus der Haft entlassen. Zur Zeit besucht er seine schwer kranke Mutter im Norden Myanmars, außerdem, so der Mönch Eain Daka, gehe es U Gambira selbst nach der Haftzeit sehr schlecht. Eain Daka lächelt und schaut sich um. „Ganz sicher laufen draußen auf der Straße Zivilpolizisten herum“, sagt er dann. „Wir wissen, dass wir ständig überwacht werden. Wir sind zwar aus der Haft entlassen, aber wirklich frei können wir uns natürlich nicht fühlen“, sagt er.


Bild: Präsident Thein Sein
Thein Sein

Immer noch kein normales Leben

Allen Reformen zum Trotz scheint die Zivilregierung unter Präsident Thein Sein den Mönchen am wenigsten zu trauen, obwohl die doch gerne wieder in die zweite Reihe zurücktreten wollen. Schließlich gebe es nun eine funktionierende Opposition mit Aung San Suu Kyi an der Spitze, erklärt Eain Dakka.

Panna Wuntha lächelt weniger als Eain Dakka. Panna Wuntha steht einem kleinen Kloster direkt an der Eisenbahnlinie durch Rangun vor, dem Shwe Taung Kloster. Auch er wurde 2007 verhaftet, auch er ist erst Mitte Januar wieder aus dem Gefängnis entlassen worden. Für ihn war es bereits seine zweite Haftzeit: „1988, bei den ersten großen Unruhen wurde ich für acht Jahre ins Gefängnis gesteckt“, erinnert er sich. 2007 wurde er schließlich erneut festgenommen, insgesamt für mehr als vier Jahre, weil er einer der Anführer der „Safran-Revolution“ war und das Vorgehen der Mönche koordinierte.


Bild: Mönch lernt
Lernen mit Begeisterung

Englischlernen für die Zukunft

Panna Wunthas Kloster wurde 2007 nicht zerstört, es war kein Treffpunkt der Opposition, aber gerade erst sei die Geheimpolizei vorbei gekommen und habe sein Zimmer verschlossen und versiegelt, erzählt der Mönch: „Als ich im Januar aus der Haft kam, dachte ich, nun ist es egal und habe die Tür aufgebrochen. Aber die Polizei ist zurück gekommen und hat sie wieder versiegelt. Das ist kein normales Leben hier!“

Normales Leben im Shwe Taung Kloster, das bedeute neben dem Gebet viel Englisch lernen, erklärt der junge Mönch U Ban Ditha: „Ich stehe immer morgens um 5 Uhr auf und mache Frühstück, danach lerne ich mit großer Begeisterung Englisch bis in den Vormittag!“, erzählt er. Und nachmittags geht es häufig in ein Internet-Cafe. Die Mönche wollen auf die neue Zeit, eine künftige Demokratie, vorbereitet sein.

 


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Stand: Februar 2012




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