s
Morgenecho-Serie: Prominente erinnern sich an die Gründung der Bundesrepublik
Hans Jochen Vogel, Jahrgang 1926
Hans Jochen Vogel pflegt seine Pedanterie. Er ist auch als Zeitzeuge höchst genau. Im Frühjahr 1949 begann er, mit dem frischem Jura-Examen in der Tasche, als Referendar am bayerischen Amtsgericht Miesbach. In seiner Freizeit prüfte er akribisch die Programme der Parteien, denn er wollte sich politisch engagieren. Mit dem Fahrrad klapperte der damals 23-jährige öffentliche Kundgebungen ab und war am meisten fasziniert von der Ausstrahlung des damaligen SPD-Vorsitzenden Kurt Schumacher. Anders als sein jüngerer Bruder Bernhard, der ebenso erfolgreich in der CDU Karriere macht, tritt Hans-Jochen Vogel deshalb 1950 in die SPD ein. Von da an geht es rasant bergauf: Münchner Oberbürgermeister, Minister, Kanzlerkandidat und Parteivorsitzender der SPD. Hans-Jochen Vogel hat in seinem langen Politikerleben viel bewegt. Seit seinem Ausstieg aus der aktiven Politik engagiert sich Vogel weiterhin. 1993 gründet er den Verein "Gegen Vergessen - Für Demokratie". Zu dessen Aufgaben gehört die Bekämpfung von politischem Extremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus.
"Wer wegsieht schwächt die Demokratie, wer widerspricht, stärkt sie", sagt Hans-Jochen Vogel und plädiert auch dafür, dass die Erinnerung an die Nazi- und die SED-Diktatur wach gehalten werden. Das Bewusstsein einer besonderen Verantwortung vor der deutschen Vergangenheit habe für ihn stets im Mittelpunkt seines politischen Handelns gestanden, lobt Bernhard Vogel bei der Verleihung des Leo-Baeck-Preises 2002 seinen Bruder. Gemeinsam mit seiner Frau lebt Hans-Jochen Vogel heute in einem Altenwohnheim.
Das Interview führte Rudolf Erhard
60 Jahre Bundesrepublik - Hans Jochen Vogel, Jahrgang 1926







![Montage: Abendhimmel, Christensymbol Fisch, Kreuz; Rechte: AFP,dpa,wdr[m]schweda](/fileadmin/user_upload/Teaserbilder__160x70px_/2009/teaser-kirche-160.jpg)
