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Morgenecho-Serie: Prominente erinnern sich an die Gründung der Bundesrepublik
Charlotte Knobloch, Jahrgang 1932
Charlotte Knobloch wollte zusammen mit ihrem Mann Anfang der fünfziger Jahre eigentlich auswandern. Aber sie blieb ihrem Vater zuliebe in Deutschland. Der jüdische Rechtsanwalt, Überlebender des Holocaust, engagierte sich für den demokratischen Wiederaufbau und saß auch als Senator in der bayerischen Verfassungskommission. Er versuchte, seine Tochter für die Chancen eines neuen deutschen Staates zu begeistern . Überlebt hatte sie nur, weil eine ehemalige Hausangestellte ihrer Eltern sie als ihr uneheliches Kind ausgab und auf dem Bauernhof ihrer Familie in Franken unterbrachte. 1949 war Charlotte Knobloch 17 Jahre alt und machte gerade ihre Abschlussprüfung an einer Münchner Handelsschule. Als Teenager, so bekennt Charlotte Knobloch heute, interessierten sie die Segnungen der Währungsreform mehr, als die Entstehung der Bundesrepublik. Sie engagierte sich bei der „Israelitischen Kultusgemeinde“ München, die ihr Vater mitbegründet hatte, und sie war viele Jahre lang Präsidentin dieser Gemeinde. 2006 wird Charlotte Knobloch als erste Frau zur Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland gewählt. Sie kämpft nicht nur hartnäckig gegen Antisemitismus und für Aussöhnung, sondern plädiert auch für eine intensive Debatte um einen neuen Patriotismus: "Nur wer sein Land liebt, wird sich für dessen Existenz und Fortentwicklung engagieren.“
Das Interview führte Rudolf Erhard
60 Jahre Bundesrepublik - Charlotte Knobloch, Jahrgang 1932







![Montage: Abendhimmel, Christensymbol Fisch, Kreuz; Rechte: AFP,dpa,wdr[m]schweda](/fileadmin/user_upload/Teaserbilder__160x70px_/2009/teaser-kirche-160.jpg)
