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Koch, Kauder, Hartz IV - Dauerfeuer auf Arbeitslose
6.35 Uhr Interview mit Martin Behrsing, Sprecher des Erwerbslosen Forum Deutschland
Nachdem CDU-Vize Koch eine Arbeitspflicht für Hartz IV-Bezieher gefordert hat, bemüht sich Arbeitsministerin von der Leyen um Schadensbegrenzung. Die Arbeitslosen selber sind „sehr sauer“, sagt Martin Behrsing im Morgenecho-Interview. Der Sprecher des Erwerbslosen Forums Deutschland weiß: „Sie fühlen sich pauschal diffamiert.“
Behrsing wirft Koch den Fang zweifelhafter Wählergruppen vor. Nachvollziehen kann er das Verhalten nicht, "aber das passt ja zu Roland Koch". Kochs Beispiel, eine vierköpfige Familie habe monatlich rund 1.700 Euro laut Hartz-IV-Satz zur Verfügung, kann er nicht nachvollziehen. "Wir haben das mal nachgerechnet und kommen nicht auf den Betrag." Auch bei Annahme der Höchstsätze lande man, laut Behrsing, bei einer Summe von rund 1.300 Euro pro Monat - für vier Personen.
Die Forderung Kochs, Arbeitslose könnten gemeinnützige Arbeit erledigen, weist Sprecher des Erwerbslosen Forums zurück. "Dann werden auf der anderen Seite wieder qualifizierte Arbeitsplätze vernichtet." Außerdem macht Martin Behrsing am Beispiel der Tafeln fest, dass sich durch das private Angebot der Lebensmittelausgabe der Staat an der Stelle weitestgehend zurückziehen könne.
Am meisten kritisiert Behrsing im Interview, dass die Politiker nicht auf Augenhöhe mit den Arbeitssuchen seien. Dadurch entstünden immer wieder Falschmeldungen. Zudem sei in den allermeisten Fällen nicht der Arbeitslose an seiner Situation schuld. "Es ist das Kapital, das Menschen entlässt."
Redaktion:
Wolfgang Kapust
Interview mit Martin Behrsing






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