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Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland hätte längst zurücktreten müssen. Natürlich und ohne wenn und aber. Es ist demnach gut, dass die Duisburger Bürger jetzt von ihrem Recht Gebrauch machen und auf seine Abwahl drängen. Denn er ist aus fünf ganz handfesten Gründen für Duisburg nicht mehr tragbar:
Erstens:
Nach allem was bisher bekannt ist, wussten einige Mitarbeiter seiner Behörde im Vorfeld der Loveparade von massiven Sicherheitsbedenken. Sauerland selbst sagt, diese Bedenken seien nicht an ihn herangetragen worden. Wenn das stimmt, hätte er seinen Laden nicht im Griff und müsste konsequenterweise seinen Hut nehmen. Wenn er doch von den Problemen im Vorfeld wusste – umso schlimmer.
Zweitens:
Unmittelbar nach dem schrecklichen Unglück hat Sauerland die Schuld daran indirekt den Opfern zugeschoben. Es seien individuelle Fehler gemacht worden. Eine krasse Fehleinschätzung, für die er sich später entschuldigte. Die Angehörigen der Opfer haben ihm das trotzdem nie verziehen.
Drittens:
Sauerland hat vor und während der Loveparade seine Bürger belogen. Er pushte die Besucherzahlen bei Interviews künstlich nach oben, obwohl er wusste, dass die angeblichen eine Million Menschen gar nicht aufs Gelände passen würden. Das seien PR-Zahlen des Veranstalters gewesen, räumte er später ein. Aber ein Oberbürgermeister ist weder eine PR-Agentur, noch sollte er sich dermaßen vor den Karren einer solchen spannen lassen. Und schon gar nicht sollte er die Unwahrheit sagen.
Viertens:
Die Duisburger Staatsanwaltschaft ermittelt in Sachen Loveparade gegen elf Bedienstete der Stadtverwaltung – wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Gegen den Chef dieser Bediensteten, Adolf Sauerland, ermittelt sie nicht. Das mag aus juristischer Sicht in Ordnung gehen. Es entsteht bei vielen trotzdem der Eindruck: Die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen. Aus Respekt vor seinen Mitarbeitern hätte der Oberbürgermeister deshalb seinen Posten freiwillig räumen müssen.
Fünftens:
Duisburg ist seit der Loveparade eine zerrissene Stadt. Bei vielen Mitarbeitern der Stadtverwaltung liegen die Nerven blank. Der Stadtrat ist noch zerstrittener als vor der Loveparade. Jemand muss frischen Wind ins Rathaus lassen. Sauerland selbst kann das nicht mehr. Vielmehr macht er den Eindruck, als halte er Fenster und Türen seines Amtssitzes mit aller Gewalt geschlossen.
Alle fünf Gründe haben nichts mit strafrechtlicher Schuld zu tun. Natürlich wollte Sauerland das Unglück nicht. Natürlich stand auch er danach unter Schock und fühlte mit den Opfern. Aber darum geht es nicht. Es geht darum, was gut für Duisburg ist – und das ist tatsächlich nur ein Neuanfang, so wie ihn jetzt fast 80.000 Bürger mit ihren Unterschriften forderten. Am besten mit einem parteilosen neuen Oberbürgermeister, der es schafft, wieder alle Duisburger zu vereinen.
Redaktion:
Hermann Krause
Warum Sauerland endlich gehen sollte - Kommentar von Benjamin Sartory
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