Folge 8

Collage Porträt Charles Darwin / Rechte: WDR

Charles Darwin (1809 - 1882)


Evo-Solution - Aus Liebe zum Leben

Folge 8 (02.04.2009): Stoppt Darwin!


Der Vernichter der Schöpfungsgeschichte hat ursprünglich Theologie studiert. Doch wie konnte der gottesgläubige junge Mann zum atheistischen Naturforscher werden?


Eine Reise ins Ungewisse

Angefangen hat alles 1831, als Charles Darwin auf der HMS Beagle in See stach. Zuvor hatte der Sohn reicher Eltern das Medizinstudium abgebrochen und lustlos Theologie studiert. Als er das Angebot bekam, auf dem englischen Vermessungsschiff Richtung Südamerika zu reisen, nahm er es kurzerhand an. Eine Entscheidung, die nicht nur Darwins Leben verändern sollte. Fünf Jahre lang reiste er auf der Beagle um die Welt. Er war ein Sammler und Beobachter. Er sortierte Käfer, analysierte Fossilien in Patagonien und beobachtete seine berühmten Finken auf Galapagos. Darwin notierte akribisch und schickte viele der beobachteten Tiere nach Hause, um seine Studien fortzusetzen. Dabei ließ er sich von mehreren Fragen leiten: Wie hängen die verschiedenen Arten zusammen? Wo kommen sie her? Und wie konnte eine solch große Vielfalt entstehen?


Bild: Charles Robert Darwin (1809-1882). Darwin begründete erstmals wissenschaftlich die Entwicklungstheorie; Rechte: picture-alliance/ dpa

 

Die Evolutionstheorie kommt nicht aus der Natur

Zurück in der Heimat heirate Darwin zunächst einmal seine Cousine Emma Wedgwood. Die beiden bekamen zusammen zehn Kinder und zogen schließlich nach Downe in die Grafschaft Kent. In den folgenden Jahren studierte Darwin seine Funde, und in ihm reifte eine völlig neue Vorstellung von der Evolution, über die in den Jahrhunderten vorher auch schon nachgedacht worden war. Einen wichtigen Anstoß erhielt er, als er das Werk des britischen Ökonomen Thomas Robert Malthus las. Malthus hatte sich das Bevölkerungswachstum angeschaut und die Vermutung geäußert, die Zahl der Menschen steige so schnell, dass nicht mehr genug Nahrung erzeugt werden könne. Die Folge: Die Menschen werden untereinander einen Kampf ums Dasein führen. Diese Idee übertrug Darwin kurzerhand auf die Natur und schrieb einen ersten Entwurf seiner Theorie nieder. Doch noch schreckte er vor einer Veröffentlichung zurück. Dafür war wohl maßgeblich seine Frau verantwortlich, die streng gläubig war. Darwin wollte sie mit seinen atheistischen Ansichten nicht verschrecken.


Die Entstehung der Arten

Der entscheidende Impuls kam schließlich von außen. 1858 bekam Darwin Post von einem Kollegen. Alfred Russel Wallace schickte Darwin einen Aufsatz. Darin schilderte Wallace seine eigene Evolutionstheorie, die Darwin äußerst vertraut vorkam. Die beiden Forscher waren unabhängig voneinander auf dieselben Ideen gekommen. Nun musste Darwin reagieren. Parallel veröffentlichten die beiden Forscher schließlich ihre Erkenntnisse. Darwin arbeitete daraufhin eine umfangreichere Version aus, die ein Jahr später, 1859, erschien. Es ist Darwins Hauptwerk: Über die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl oder Die Erhaltung der begünstigten Rassen im Kampfe ums Dasein. Darin sprach Darwin Klartext. Die Evolution habe kein Ziel, sie sei einfach da. Die Arten seien wandelbar. Sie würden sich langsam, aber stetig verändern. Dabei würden diejenigen überleben, die am besten an ihre Umwelt angepasst seien. Darwin nannte diesen Mechanismus natürliche Zuchtwahl oder natürliche Selektion. Der Ausdruck Survival of the fittest (Überleben des am besten Angepassten) stammt übrigens nicht von Darwin, sondern vom britischen Philosophen Herbert Spencer. Darwin übernahm diesen Begriff in späteren Auflagen in sein Hauptwerk.


Bild: Die Erstausgabe von Charles Darwins revolutionärem Werk "On The Origin of Species" (Die Entstehung der Arten) aus dem Jahr 1859; Rechte: picture-alliance/ dpa

 

Zurück zu den Wurzeln? Sozialdarwinismus!

Nach der Veröffentlichung der „Entstehung der Arten“ gab es immer wieder Versuche, die Evolutionstheorie auf die menschliche Gesellschaft zu übertragen. Dabei ging es vor allem um die natürliche Selektion und den Kampf ums Dasein, der ja als erstes unter den Menschen beobachtet worden war. Sozialdarwinismus gab es in fast allen politischen Lagern vom einen Extrem des NS-Regimes, das den Sozialdarwinismus als Grundlage für seine Rassen-Ideologie nutzte, bis zum Kommunismus. Die Sozialdarwinisten wollten dabei fast immer höher entwickelte Lebensformen schaffen, also die (angeblich) positiven Erbanlagen in der Bevölkerung vermehren und die negativen ausmerzen – die Grundlage für Diskriminierung und Rassismus. Dies widerspricht Darwins Lehre grundsätzlich, denn Darwin unterscheidet nicht zwischen höherwertigen und niederwertigen Menschengruppen. Die Evolution verläuft schließlich nicht zielgerichtet.


Bild: Modells des menschlichen DNA-Stranges mit der doppelten Helix-Struktu; Rechte: picture-alliance/ dpa

 

Heute gilt Darwins Evolutionstheorie als Grundlage der modernen Biologie. Sie hat sich bestätigt und befindet sich auch mit den modernen Entdeckungen der Genetik im Einklang. Es gilt der Leitsatz, den der russisch-amerikanische Evolutionsbiologe Theodosius Dobzhansky geprägt hat: „Nichts in der Biologie ergibt einen Sinn außer im Licht der Evolution.“


Literatur

Bücher von Darwin:

  • Charles Darwin: Die Fahrt der Beagle. Frankfurt am Main 2008.
  • Charles Darwin: Die Entstehung der Arten. Hamburg 2008.
  • Charles Darwin: Mein Leben. Frankfurt am Main 2008.

Bücher über Darwin:

  • Jürgen Neffe: Darwin. Das Abenteuer des Lebens. München 2008.
  • Ernst Peter Fischer: Das große Buch der Evolution. Köln 2008.





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