Krebsmedikament gegen Alzheimer?
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Folge 7 (26.03.2009): Steh auf, wenn du ein Homo bist!
Heute leben knapp 7 Milliarden Menschen auf der Erde. Sie alle gehören zur selben Art: Homo sapiens (der weise Mensch). Er ist ein Erfolgsmodell, der nicht nur alle anderen Menschen-Arten verdrängt hat, sondern sogar seine Umwelt aktiv gestalten kann. Doch wann und wie ist eigentlich der erste Mensch entstanden?
Der gemeinsame Vorfahre
Wahrscheinlich ist es rund 8 Millionen Jahre her, dass der letzte gemeinsame Vorfahre von Mensch und Schimpanse gelebt hat. Wissenschaftler gehen davon aus, dass er allerdings dem heutigen Schimpansen sehr viel ähnlicher sah als dem heutigen Menschen. Er lebte im afrikanischen Regenwald auf Bäumen. Dort konnte er Schutz vor Raubtieren suchen und sich ausruhen. Auf dem Boden bewegte er sich noch auf allen Vieren vorwärts. Wahrscheinlich handelte es sich bei dem gemeinsamen Vorfahren um einen Allesfresser, der allerdings eine Vorliebe für Früchte hatte. Bis heute sind sich Schimpansen und Menschen sehr ähnlich, zumindest was die Gene angeht. 98,8 Prozent des Erbguts stimmen überein.

Der älteste Fund?!
Als Forscher im Jahr 2001 einen menschenähnlichen Schädel im Tschad fanden, schien dies die gängige Lehrmeinung auf den Kopf zu stellen. Der Schädel wies mehrere menschenähnliche Merkmale auf. Das Besondere: das Alter des Fundes wurde auf etwa 7 Millionen Jahre datiert. Bisher war man davon ausgegangen, dass der Mensch sehr viel jünger sei. Die Entdecker bezeichneten den Schädel jedoch als das bisher älteste Glied im menschlichen Stammbaum (Sahelanthropus tchadensis). Dafür spricht unter anderem das menschenähnliche Gebiss. Kritiker hingegen ordnen den Fund eher einem Vorfahren der Gorilla oder Schimpansen zu. Ohne weitere Funde lässt sich dieser Streit wohl nicht klären.

Vom Affen zum Menschen
Als vor rund 10 Millionen Jahren das Klima im östlichen Afrika trockener wurde, kam es zu einer entscheidenden Entwicklung: die Region östlich vom großen Grabenbruch wurde zur Savanne, die Region westlich des Grabenbruchs blieb feuchter Regenwald.
Das war wohl auch der Auslöser dafür, dass sich vor 6 bis 7 Millionen Jahren aus den Ur-Schimpansen die ersten aufrecht laufenden Menschenaffen entwickelten, die Australopithecinen (südliche Affen). Da sie sich vorher durch den Regenwald gehangelt hatten, waren sie wahrscheinlich nun in der Lage, aufrecht zu laufen. So schafften sie es auch, längere Strecken auf zwei Beinen zurück zu legen. Die Folge: sie konnten den Regenwald verlassen und auch in offenen Wald- und Graslandschaften überleben. Dieses Erfolgsmodell überlebte rund 5 Millionen Jahre. Das wohl bekannteste Fossil dieser Zeit ist Lucy, die die Art Australopithecus afarensis (Südaffe von Afar) vertritt. Sie wurde 1974 in der äthiopischen Afar-Senke gefunden und wird auf ein Alter von 3,2 Millionen Jahren datiert. Vom Aussehen her ähnelten die Australopithecinen allerdings noch stärker den heutigen Schimpansen, nicht den Menschen. Und: sie verließen Afrika nie.
Auf die Wanderschaft ging man erst vor rund 2,5 Millionen Jahren, als sich das Klima noch einmal wandelte und noch trockener wurde. Der Wald verschwand schließlich ganz und hinterließ im östlichen Afrika nur noch eine Busch- und Gras-Savannenlandschaft. Die Folge: es gab weniger Früchte und weniger Möglichkeiten, vor Jägern zu fliehen. Daraufhin mussten sich die Australopithecinen besser anpassen. Es überlebten nur diejenigen, die schließlich kürzere Arme und längere Beine hatten. Dadurch konnten sie zwar schlechter klettern, aber länger laufen. Außerdem reduzierte sich das Fell deutlich und es bildeten sich mehr Schweißdrüsen aus. Die Folge: die Hitze konnte vom nackten Körper besser abgestrahlt werden und der Schweiß konnte den Körper kühlen.
Der erste Mensch
Vor etwa 2 Millionen Jahren betrat der erste Mensch die Erde: Homo erectus (der aufgerichtete Mensch) hatte einen weiter umgewandelten Bewegungsapparat und ein größeres Gehirn, im Vergleich zu den Australopithecinen etwa doppelt so groß. Infolge dessen konnte er kognitive Fähigkeiten nutzen und schließlich neue Nahrungsquellen erschließen: er fraß Fleisch. Seine Zähne passten sich an, der Kiefer wurde kleiner, ebenso der Darm. Homo erectus war auch der erste, der auf Wanderschaft ging. Er drang in gemäßigte Klimazonen vor, bis ins heutige Georgien.

Homo auf Wanderschaft
Vor 500.000 Jahren hatte sich in Afrika der Homo heidelbergensis gebildet. Nun war das Gehirn zum ersten Mal so groß wie beim heutigen Menschen. Und wieder ging der Mensch auf Wanderschaft, diesmal vor allem nach Europa.
Als vor 200.000 Jahren der moderne Mensch in Afrika entstand, gab es eine dritte Wanderungswelle. Homo sapiens (der weise Mensch) eroberte die ganze Welt. Vor weniger als 100.000 Jahren machte er sich auf die Wanderschaft nach Ostasien und Europa sowie erstmals nach Australien und schließlich Amerika. Dabei begegnete er wohl anderen Menschen-Arten, die er schließlich verdrängte. Dazu gehörte in Europa auch der Homo neanderthalensis Wie weit sich die verschiedene Arten vermischt haben, ist noch nicht komplett erforscht.
Die Wiege der Menschheit steht in Afrika
Wahrscheinlich ist, dass sich Homo sapiens ausschließlich in Afrika aus Homo erectus gebildet hat. Denn nur dort haben Forscher bislang Zwischenformen gefunden. Ganz sicher ist man sich mit dieser Theorie allerdings nicht. Bis heute konkurrieren zwei Modelle miteinander. Die eine Gruppe von Forschern geht davon aus, dass sich der Homo sapiens allein in Afrika gebildet und von dort die Welt erobert hat (Out-of-Africa-Modell). Die andere Gruppe geht davon aus, dass sich Homo sapiens an verschiedenen Stellen der Erde entwickelt und von dort aus jeweils ausgebreitet hat (Multi-Regional-Modell). An den Randgebieten sei es dann zu Vermischungen gekommen. Heute gilt das Out-of-Africa-Modell als das am besten belegte.
Herausragend sind die kognitiven Fähigkeiten von Homo sapiens, wie zum Beispiel die Ausbildung von Sprache. Vor etwa 50.000 Jahren gab es in der menschlichen Geschichte den kulturellen Big Bang. Dazu gehörte unter anderem die Ausprägung der bildenden Kunst und der Musik. Physiologisch gelten bis heute unter anderem folgende Merkmale als typisch menschlich: der aufrechte Gang, das reduzierte Fell, viele Schweißdrüsen, die Hirnfaltung, die Geradgesichtigkeit, das undifferenzierte Gebiss und der abgesenkte Kehlkopf.
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