Folge 6

Collage Porträt Charles Darwin / Rechte: WDR

Charles Darwin (1809 - 1882)


Evo-Solution - Aus Liebe zum Leben

Folge 6 (19.03.2009): Der Sieg der Säuger


Sie sind die Erben der Dinosaurier und dominieren die Erde bis heute. Mit ihren Fähigkeiten, sich anzupassen und auch unter widrigen Bedingungen fortzupflanzen, wurden sie zum Erfolgsmodell der Evolution: die Säugetiere.


Verwandte der Dinosaurier

Säugetiere haben sich aus den Synapsiden entwickelt. Darunter versteht man eine Gruppe von Reptilien, die durch ein einzelnes Schädelfenster charakterisiert war. Dadurch konnte sich ein kräftigeres Gebiss entwickeln. Der freie Raum im Schädelinneren ermöglicht die Vergrößerung der Hirnmasse. Innerhalb der Synapsiden entwickelten sich die Therapsiden, die sogenannten „Säugerähnlichen Reptilien“. Sie wiesen bereits einige der Säugermerkmale auf: ein differenziertes Gebiss und möglicherweise auch Fell.


Bild: Rund 150 Millionen alte Versteinerung eines fleischfressenden Dinosauriers; Rechte: picture-alliance/ dpa

Überleben in der Nische

Die ersten Säugetiere betreten also parallel zu den Dinosauriern die Bühne der Evolution. Die Hauptrolle aber spielen die Reptilien, ihre Dominanz erlaubt den neuen Arten wenig Spielraum zur Entfaltung. Dennoch überleben sie in der Nische. Sie haben einen anderen Speiseplan und jagen nachts, wenn kaltblütige Konkurrenten schlafen. Außerdem hilft ihnen ihr Fell, sich besser an verändernde Temperaturen anzupassen. „Es war, als ob das Leben sich geweigert hätte, von jetzt ab alle Veränderungen seiner Umwelt einfach passiv über sich ergehen zu lassen“, stellte der Wissenschaftsautor Hoimar von Ditfurth einmal fest (1921-1989)


Bild: Die Reptilien herrschen - ein Nilkrokodil; Rechte: picture-alliance/dpa

Eine Spitzmaus als Pionier

Bereits 135 Millionen Jahr vor dem Aussterben der Dinosaurier lebte ein rund zehn Zentimeter langes und dreißig Gramm leichtes Tier, das Megazostrodon. Dieses Spitzmausähnliche Wesen lebt im unteren Jura, seine Fossilien werden im 20. Jahrhundert im südafrikanischen Land Lesotho gefunden. Es gilt als eines der ersten Säugetiere überhaupt.


Die Invasion der Säuger

Nach dem Aussterben der Dionsaurier werden viele ökologische Nischen frei. Insekten, die sich dem Massensterben entzogen haben, werden zunächst zum bevorzugten Futter. Die Säugetiere nehmen an Größe, Masse und Artenvielfalt zu. Der verlängerte Bauchraum führt zu größerer Lungenkapazität und zur Verwertung des großen Angebots an Sauerstoff. Im beginnenden Eozän vor ca. 54 Millionen Jahren kommt es zu einer wahren Invasion der Säugetiere. Die neuen „Herren“ erobern Land, Wasser und mit den Fledermäusen sogar die Luft.


Bild: Eine Blumenfledermaus im Anflug an eine Passionsblume; Rechte: picture-alliance/dpa

Mobile Mütter

Während Reptilien viel Zeit für Brutpflege und Nahrungssuche aufbringen müssen, verfolgen die Säugetiere eine andere Strategie. Ihre Nachkommen wachsen geschützt im Innern des Körpers heran, die Mutter bleibt während der Schwangerschaft „mobil“. Die Versorgung mit körpereigener Milch macht die Jagd für die Kinder zunächst überflüssig. So ist das Geheimnis des Erfolgs der Säugetiere ihre extreme Anpassungsfähigkeit. Derzeit leben rund 4600 Arten auf der Erde, in über 1100 Gattungen und 136 Familien. Dass ihre Vielfalt abnimmt, haben sie dem Aufstieg eines besonderen Säugers zu verdanken - des Menschen.


Literatur

  • Franz M. Wuketits: "Evolution. Die Entwicklung des Lebens", Verlag C.H. Beck, 2009.

Weitere Informationen im Internet

WDR Wissen: Schwerpunkt zum Darwin-Jahr (wdr.de)





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