Folge 5

Collage Porträt Charles Darwin / Rechte: WDR

Charles Darwin (1809 - 1882)


Evo-Solution - Aus Liebe zum Leben

Folge 5 (12.03.2009): Tod den Dinos!


Sie waren gigantisch und sie beherrschten die Erde. Doch plötzlich waren sie nicht mehr da. Über kaum ein Ereignis streiten Forscher so sehr wie über das Aussterben der Dinosaurier. Doch: wie kam es wirklich dazu?


Das Aussterben an der Grenze
Die Dinosaurier beherrschten die Erde rund 170 Millionen Jahre lang. Etwa 1800 verschiedenen Dinosaurier-Gattungen soll es in dieser Zeit gegeben haben. Doch vor etwa 65 Millionen Jahren war auf einmal das Ende der Dino-Zeit gekommen. Dabei waren die Saurier nicht die einzigen, die am Übergang von der Kreide zum Tertiär starben. Insgesamt verendeten etwa 70 Prozent aller Tierarten. Ein Massensterben. Wie genau es dazu kommen konnte, ist bis heute nicht ganz geklärt.


Bild: Ein vor 130 Millionen Jahren ausgestorbener bis zu 30 Metern langer Dinosaurier; Rechte: picture-alliance/ dpa


Die Impact-Theorie
Die bekannteste Theorie macht einen Asteroiden für das Aussterben der Dinosaurier verantwortlich. Das Szenario: Vor 65 Millionen Jahren ist ein Asteroid auf die Erde gestürzt, der einen Durchmesser von 10 bis 15 Kilometer gehabt hat. Der Einschlag sorgte für eine gewaltige Explosion, so dass Staubpartikel in die Atmosphäre gelangten. Die Folge: Die Sonnenstrahlen erreichten die Erde nicht mehr so gut, die Temperatur ging weltweit zurück und die Pflanzen konnten nicht mehr so wachsen wie bisher. Das wiederum wirkte sich auf die gesamte Nahrungskette aus. Diese Theorie wurde erstmals Anfang der 1980er Jahre von Louis und Walter Alvarez formuliert. Als andere Forscher gut 10 Jahre später einen Krater fanden, dessen Größe und Alter zu passen schien, war die Sache klar: der Asteroid war im heutigen Mexiko eingeschlagen! Das Zentrum des 180 Kilometer großen Kraters liegt in der Nähe des Dorfes Chicxulub auf der Yucatán-Halbinsel.


Bild: Asteroideneinschlag auf der Erde, der vor 65 Millionen Jahren die Dinosaurier ausgerottet haben soll; Rechte: picture-alliance/ dpa


Von Insekten, Blütenpflanzen und Weibchen-Mangel

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte es immer wieder die verschiedensten Theorien über das Aussterben der Dinosaurier gegeben. Bis heute haben sich einige davon gehalten und tauchen in unregelmäßigen Abständen wieder auf. Hauptverdächtige sind häufig Insekten. Einmal sollen sie Krankheiten auf die Echsen übertragen haben, ein anderes Mal haben sie angeblich das Wachsen von Blütenpflanzen vorangetrieben und den Dinos so die Nahrung entzogen. Eine andere Theorie geht davon aus, dass den Dinosauriern die Weibchen abhanden gekommen sind und sie deshalb schließlich ausstarben. Doch keine Theorie konnte so überzeugen wie die vom Einschlag des Asteroiden im heutigen Mexiko.


Der Widerspruch
Doch dann kam Anfang der 90er Jahre eine deutsch-amerikanische Forschergruppe und gab sich mit der Impact-Theorie nicht mehr zufrieden. Die Wissenschaftler untersuchten den Chicxulub-Krater und die Umgebung und kamen zu einem überraschenden Ergebnis: der Asteroideneinschlag in Yucatán ereignete sich ungefähr 300.000 Jahre vor der Kreide-Tertiär-Grenze und dem Aussterben der Dinosaurier. Die Theorie rief erbitterten Widerspruch hervor, doch die Forscher ließen nicht locker und sammelten weitere Beweise. Ihr Alternativ-Szenario: es gibt nicht ein einziges Ereignis, das für das Aussterben der Arten und damit der Dinosaurier verantwortlich ist, sondern eine Kette von unglücklichen Umständen.


Bild: Skelett eines Parasaurolophus im Senckenbergmuseum in Frankfurt am Main; Rechte: picture-alliance/ dpa


Vulkanismus plus Asteroiden gleich Aussterben der Dinosaurier

Ihr Szenario sieht so aus: Zum Ende der Kreide-Zeit seien mehrere weitere Asteroiden auf die Erde gefallen. Darüber hinaus ist es zu verstärktem Vulkanismus gekommen. Die vulkanischen Gase haben die Atmosphäre vergiftet und eine globale Erwärmung verursacht. Die Folge: Weniger Nahrung und giftiges Wasser. All dies habe schon während der letzten 500.000 Jahre der Kreide die Artenzahl der Dinosaurier deutlich verringert. Ein letzter großer Asteroiden-Einschlag an der Kreide-Tertiär-Grenze habe den Dinosauriern dann den Rest gegeben. Wo sich dieser Krater befindet, ist allerdings nicht bekannt.


Literatur

  • Stinnesbeck, Wolfgang: Auf der Suche nach dem großen Knall. In: Biologie in unserer Zeit. Nr. 4/2008, S. 2ff.
  • Fischer, Ernst Peter: Das große Buch der Evolution. Köln 2008.





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