Folge 14

Collage Porträt Charles Darwin / Rechte: WDR

Charles Darwin (1809 - 1882)


Evo-Solution - Aus Liebe zum Leben

Folge 14 (14.05.2009): Apokalypse know-how


Alles hat ein Ende. Auch das Universum? Zuvor stirbt die Erde. Aber wie wird diese Apokalypse aussehen? Wann wird sie kommen? Und wo ist dann der Mensch?


Bringt die Sonne den Tod?

Seit über vier Milliarden Jahren bringt sie der Erde Energie: die Sonne. Tag für Tag ermöglichen ihre Kernfusionen unser Leben. Doch spätestens nach 10 Milliarden Jahren, wenn die Sonne ihren Treibstoff verbraucht hat, wird sie der Erde das Ende bereiten. Der US-Planetenwissenschaftler Jeffrey Kargel hat berechnet, dass die ungemütliche Phase wohl schon in etwa 1,6 Milliarden Jahren beginnt. Dann strahlt die Sonne ungefähr 15 Prozent heller als heute. Die Temperaturen auf der Erde liegen dann bei etwa 60 bis 70 Grad Celsius. Das Wasser verdunstet, die Ozeane verschwinden.


Das Ende wird rostig

Auch die Atmosphäre ist betroffen: Die zunehmende UV-Strahlung der Sonne zerschlägt die Moleküle des Wasserdampfes in Wasserstoff- und Sauerstoffatome sowie aggressive Hydroxylradikale. Der Wasserstoff entweicht anschließend ins All. Der schwerere Sauerstoff hingegen bleibt zurück – und färbt den blauen Planeten rot. „Das Eisen im Gestein wird den Sauerstoff absorbieren und die Erde wird ein rostiger Planet ähnlich wie der Mars“, erklärt Kargel.


Ewiger Tag, ewige Nacht

Wenn die Temperaturen auf etwa 1000 Grad angestiegen sind, beginnt das Gestein selbst zu schmelzen. Die Sonne, die dann etwa 250-mal so groß wie heute sein soll, stoppt die Erdrotation. Auf der Sonnenseite wird ewiger Tag herrschen mit so hohen Temperaturen, dass selbst Magma-Ozeane verdampfen. Die andere Seite der Erde dämmert in ewiger kalter Nacht mit Temperaturen von bis minus 240 Grad. Am Ende könnte sie in die Sonne stürzen oder mit anderen aus der Bahn gezogenen Planeten kollidieren. Die Menschheit und vermutlich auch so ziemlich alle anderen Lebewesen auf der Erde brauchen sich deswegen allerdings keine Sorgen zu machen: Die letzten Mikroorganismen werden nach den neuesten Hochrechnungen in 1,2 bis 1,6 Milliarden Jahren sterben.


Das Ende des Universums

Für das Ende des uns bekannten Universums gibt es verschiedene Thesen. Im Rahmen der Urknalltheorie wird diskutiert, ob die Expansion des Universums ewig andauert oder ob das Universum wieder in sich zusammen fallen kann. Bei letzterem Modell käme es durch die Gravitation zu einer Art umgekehrtem Urknall. Forscher nennen diese These:„Big Crunch“. Welche dieser beiden Möglichkeiten eintreffen wird, hängt von einigen Unbekannten ab, die auch die besten Modelle nicht berücksichtigen können, zum Beispiel von der Dichte der dunklen Materie, die sich im Universum befindet. Die momentane Datenlage deutet auf eine ewige Expansion des Universums hin. Eine dritte Theorie geht davon aus, dass das Universum zerrissen wird. Die Kosmologen Lauris Baum und Paul Frampton von der Universität von North Carolina in Chapel Hill gehen davon aus, dass das Schicksal des Universums von der „dunklen Energie“ abhängt. Diese Kraft steht im Verdacht, das Universum auseinanderzutreiben. Wenn sie unbegrenzt zunimmt, dann wird sie schließlich alles auseinander reißen. Sie wird das Universum in einem Ereignis zerstören, das Kosmologen schon als "Big Rip" bezeichnen.


Literatur

  • Simon Singh: Big Bang - Der Ursprung des Kosmos und die Erfindung der modernen Naturwissenschaft, dtv, 2007

Weitere Informationen im Internet

WDR Wissen: Schwerpunkt zum Darwin-Jahr (wdr.de)





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