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Folge 13 (07.05.2009): Der perfekte Mensch
Die Evolution schläft nicht. Sie ist immer da. Dabei verfolgt sie kein bestimmtes Ziel. Auch den Menschen hat sie nur zufällig hervorgebracht. Doch genau diese Spezies ist nun in der Lage, ihre eigene Evolution zu beeinflussen. Zum Guten wie zum Schlechten.

Selbst ist der Mensch
Millionen Jahre hat es gedauert, bis der Mensch in seiner heutigen Form entstanden ist, bis die Evolution ihn so geformt hat, wie er heute auf der Erde wandelt. Dabei hat es zahlreiche Faktoren gegeben, die sich über die verschiedenen Entwicklungsprozesse immer wieder auf die Menschwerdung ausgewirkt haben: Partnerwahl, soziale Bindungen oder natürliche Dezimierung. Was in der Vergangenheit die Menschwerdung maßgeblich beeinflusst hat, wird in der Zukunft wohl kaum mehr eine große Rolle spielen. Zu unabhängig ist der Mensch geworden, zu wichtig die kulturelle Evolution. Der Mensch hat sein Schicksal mehr oder weniger selbst in die Hand genommen.

Was einmal gedacht wurde, kann nicht mehr zurück genommen werden
Am deutlichsten wird das an den neuen Erkenntnissen der Gentechnik und der Molekularbiologie. Mittlerweile ist es üblich, Pflanzen gentechnisch zu verändern. Und auch beim Menschen sind zumindest erste Schritte in diese Richtung getan - sowohl durch die Befruchtung im Reagenzglas als auch durch die genetische Auswahl bei der künstlichen Befruchtung. Je mehr die Menschen ihr eigenes Erbgut entschlüsseln und zu steuern verstehen, desto wahrscheinlicher wird damit auch experimentiert. Das war schon Friedrich Dürrenmatt klar, als er in seinem Stück „Die Physiker“ einen Hauptcharakter folgenden Satz sagen lässt: „Was einmal gedacht wurde, kann nicht mehr zurückgenommen werden.“

Kriege, Klimawandel, Katastrophen
Eine etwas provokante, aber entscheidende Frage könnte sein: Schafft sich der Mensch selbst eine bessere Version oder rottet er sich ganz von alleine aus? Vor allem kriegerische Auseinandersetzungen könnten wohl letzteres bewirken. Denn auch hier gilt das Prinzip der Globalisierung. Konflikte lassen sich nicht mehr auf einzelne Länder oder Regionen beschränken. Und die Folgen von Kriegen erst Recht nicht.
Sollte der Mensch außerdem weiter so mit seiner Umwelt und seinem Klima verfahren wie in den vergangenen Jahrzehnten, so kann es durchaus sein, dass der Mensch sich nicht mehr schnell genug an die veränderten Umweltbedingungen anpassen kann. Wird dann der Mensch auch noch von einer neuen Krankheit heimgesucht, so kann sich das Projekt Mensch schnell erledigt haben. Dann war es eine relativ kurze Zeitspanne der Erdgeschichte, die der Mensch dominiert hat. Aber vielleicht kommt auch alles ganz anders. Die Evolution hat schließlich kein festes Ziel!
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