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Die Zeichnung "Der Mensch" von Leonardo da Vinci auf einem gelben Farbklima (Rechte: WDR)
Sendung vom 30.08.2012, 16:05 bis 17:00 Uhr
Bild: T-Shirts auf eienr Wäscheleine; Rechte: dpa

 ... und schon müffelts nicht mehr

Kleine Anfrage: Warum müffeln manche T-Shirts noch nach dem Waschen?

Moderation: Martin Winkelheide

Nicht immer kommt die Wäsche aprilfrisch aus der Trommel. Besonders Kunstfaser-Shirts neigen auch nach der Wäsche zum Müffeln und riechen nach altem Schweiß. Warum das so ist, möchte ein sportbegeisterter Leonardo-Hörer wissen. Wie Wäsche sauber wird

Es braucht vier Faktoren, um Wäsche zu waschen: Mechanik (Trommelbewegung, Rubbeln), Chemie (Waschmittel), Temperatur (warmes Wasser wäscht besser) und Zeit (Einweichen hilft). Der Faktorenmix wird auch Sinnerschen Kreis genannt, benannt nach dem 1988 in Hilden verstorbenen Chemiker Herbert Sinner.

Übelriechende Bakterien

Wenn die Wäsche nach dem Waschen immer noch müffelt, sind wahrscheinlich Bakterien im Spiel, die beim Waschen in der Wäsche geblieben sind. Bleibt die Wäsche zu lange feucht, vermehren sich Bakterien, deren Ausscheidungen nicht gerade gut duften. Gegenmittel: Die T-Shirts sofort trocknen, wenn möglich in der Sonne. Dabei spielt es keine Rolle, ob die T-Shirts aus Baumwolle oder Funktionsfasern sind. Und dunkle Wäsche müffelt keinesfalls häufiger als helle.

Biofilm in der Maschine

Wenn die Wäsche müffelt, lohnt oft auch ein Blick in die Waschmaschine. Wer ständig bei nur 30 oder 40 Grad Celsius wäscht, erzeugt in Maschine oft einen Biofilm, der mit jedem Waschgang auf die Wäsche übergeht – das Resultat ist unüberriechbar. Die Bakterienkulturen in der Waschmaschine kann man beseitigen, wenn man regelmäßig mit höheren Temperaturen und einem entsprechenden Waschmittel mit Bleichanteil wäscht. Außerdem sollte man nach dem Waschen das Bullauge und die Waschmittelschublade offen stehen lassen. Verbleibende Feuchtigkeit fördert nämlich das Bakterienwachstum.

Wundersame Wolle

Outdoor-Wanderer schwärmen von der Wolle des Merinoschafs: Sie kühlt, sie wärmt, sie kratzt nicht und vor allem müffelt sie auch nach mehrere Tagen nicht. Der Trick: Die Wolle ist mit 0,016 Millimeter nicht nur extrem dünn, sondern an der schuppigen Oberfläche auch wasserabweisend: Schweiß verdunstet sofort. Ist das nicht möglich, etwa weil eine andere Wäscheschicht darüber liegt, wird die Feuchtigkeit ins wasserliebende Innere der Wallfaser geleitet und dort gespeichert – ohne Bakterien. Denn – last but not least – Merinowolle ist eine Proteinfaser, die Bakterien bindet und ihre Vermehrung behindert.

Autor/in:

Martin Gent

Redaktion:

Mirko Smiljanic

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