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Die Zeichnung "Der Mensch" von Leonardo da Vinci auf einem gelben Farbklima (Rechte: WDR)
Sendung vom 30.01.2012, 16:05 bis 17:00 Uhr
Bild: Ein Auspuff mit Abgaswolke; Rechte: picture alliance/dpa

 Letzte Gelegenheit umzurüsten

Service Umwelt: Es gibt wieder Geld für Rußfilter

Letzte Chance für die bezuschusste Nachrüstung

Moderation: Franz-Josef Hansel

Neue Umweltzonen in NRW

Von Recklinghausen bis Mülheim, von Duisburg bis Dortmund – seit Anfang des Jahres bildet fast das gesamte Ruhrgebiet eine flächendeckende Umweltzone. Auch in Hagen dürfen jetzt keine Autos mehr ohne Feinstaubplakette in die Innenstadt fahren. Und in ein paar anderen Städten - zwischen Münster und Bonn - sollte man sowieso längst die richtige Plakette an der Windschutzscheibe kleben haben, wenn man in die Stadtmitte möchte. Einige Städte akzeptieren bis Ende dieses Jahres zwar noch eine rote Plakette, alle anderen verlangen aber mindestens eine gelbe.

Jetzt Rußspartikelfilter nachrüsten - mit Zuschuss

Das Bundesumweltministerium hat jetzt erneut einen Fördertopf für das Umrüsten von Dieselfahrzeugen bereitgestellt. Wer noch einen PKW ohne Rußfilter fährt, kann also vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, Bafa, einen Zuschuss von 330 Euro bekommen. Voraussetzung: Der Wagen wird bis Ende des Jahres nachgerüstet. Die Regelung gilt auch für Wohnmobile und Kleintransporter bis zu einem Gewicht von 3,5 Tonnen.

Interesse in NRW überraschend gering

Dass es wieder Geld für den Einbau von Rußpartikelfiltern gibt, hat sich in Nordrhein-Westfalen noch nicht herumgesprochen. Rund um Stuttgart, Frankfurt und Osnabrück ist das ganz anders, denn seit Jahresanfang dürfen nur noch Autos mit grüner Plakette in die Innenstädte fahren. In diesen Ballungsräumen ist das Interesse der Autofahrer am neuen staatlichen Zuschuss deshalb rege. Der Zentralverband des Kraftfahrzeuggewerbes und die Hersteller von Nachrüstfiltern verzeichnen eine ähnlich große Nachfrage nach Rußpartikelfiltern wie 2008/2009, als die ersten Umweltzonen eingerichtet wurden. Es könnte sein, dass der Fördertopf von 330 Millionen Euro, der für rund 90 000 Fahrzeuge ausreicht, schon deutlich vor Dezember leer ist.

Nachrüsten nicht hinauszögern

Auch in Nordrhein-Westfalen sollten Autobesitzer die Entscheidung zum Umrüsten lieber nicht auf die lange Bank schieben, wenn sie von der Förderung profitieren wollen. Sonst könnten sie womöglich leer ausgehen. Und in spätestens zwei Jahren, wenn die grüne Plakette auch im Ruhrgebiet und in Hagen Pflicht wird, gibt es wahrscheinlich kein Geld mehr von der Bundesregierung. Vielleicht müssen Fahrer, die in die flächendeckende Umweltzone wollen, sogar noch vor 2014 eine grüne Plakette an der Windschutzscheibe kleben haben, denn die Deutsche Umwelthilfe plant Musterklagen, um das Recht der Menschen auf saubere Luft vor Gericht einzufordern. Die Organisation war mit derartigen Klagen zuvor schon erfolgreich.

Für wen lohnt sich das Nachrüsten?

Wer vorhat, seinen Diesel noch einige Jahre zu fahren oder aber beim Weiterverkauf überhaupt noch einen ordentlichen Preis zu erzielen, sollte sich jetzt ausrechnen, was er investieren müsste, um eine grüne Umweltplakette zu bekommen. Von „rot auf gelb“ umzurüsten, lohnt sich meistens nicht, heißt es beim ADAC. Schließlich liegen die Gesamtkosten für Kauf und Einbau eines Rußpartikelfilters deutlich höher als die 330 Euro, die der Bund als Zuschuss gewährt, nämlich mindestens bei 700 bis 1000 Euro.

Voraussetzungen für die Förderung

Ab dem 1. Februar nimmt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, Bafa, Anträge entgegen. Vorher muss die Zulassungsbehörde allerdings den Einbau des Filters in die Fahrzeugpapiere eingetragen haben. Umrüsten können Autobesitzer, die ihren Wagen bis zum 31.12.2006 zugelassen haben. Das gilt für Diesel-PKW sowie Wohnmobile und Nutzfahrzeuge bis zu einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen. Wer früher schon einmal einen Zuschuss für den Einbau eines Partikelfilters in einen anderen Wagen bekommen hat, bleibt außen vor.

Bessere Luft dank wirksamer Filter

Probleme mit unwirksamen Filtermodellen, wie sie vor Jahren auftraten, gehören inzwischen der Vergangenheit an, so der ADAC. Alle Filtermodelle seien gut und wirksam. So wirksam, dass in Berlin im vergangenen Jahr zum Beispiel über die Hälfte der besonders gesundheitsschädlichen allerkleinsten Feinstaubteilchen in Filtern hängenblieben und nicht mehr in den Lungen der Menschen.

Autor/in:

Susanne Kuhlmann

Redaktion:

Detlef Reepen

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