Donnerstag, 24.05.2012

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Die Zeichnung "Der Mensch" von Leonardo da Vinci auf einem gelben Farbklima (Rechte: WDR)
Sendung vom 29.07.2010, 16:05 bis 17:00 Uhr
Kosmetiktücher-Spenderbox

 Zaubertuch?

Die Kleine Anfrage: Wie funktioniert die Kosmetiktücher-Spenderbox?

Moderation: Martin Winkelheide

Man kann sie zum Brille putzen nehmen, zum Nase schnäuzen oder, im Sinne des Erfinders, zum Abschminken: die Kosmetiktücher in der Spenderbox aus Pappe. Diese Wegwerftücher wurden 1924 in den USA vom Unternehmen Kimberly-Clark erfunden. Es gibt sie in verschiedenen Größen und verschiedenen Boxen, aber eins haben sie alle gemeinsam: wenn man ein Tuch entnimmt, zieht man damit das nächste ein Stück weit heraus.

Das Geheimnis: die Faltung

Das funktioniert, weil die Tücher in einer so genannten Interfalzmaschine auf eine besondere Art und Weise gefaltet werden – und zwar ineinander. Nur gefaltet, sie werden nicht miteinander vertackert, verklebt oder verschweißt. Das fertige Kosmetiktuchpapier läuft von großen Rollen in die Interfalzmaschine ein und wird zunächst in Quadrate geschnitten, in der Regel mit einer Seitenlänge von 21 Zentimetern.

Dann werden diese Quadrate gestapelt. Tuch auf Tuch auf Tuch. Aber eben mit einem Trick: Tuch eins liegt platt ausgebreitet da – dann nimmt die Maschine Tuch zwei und legt es auf Tuch eins, aber nur zur Hälfte. In der Mitte überlappen sich dann die beiden Tücher, links und rechts liegen, wie zwei Flügel, die beiden übrigen Seiten der Tücher.

Flügel links, Flügel rechts

Dann wird von dem ersten, dem zuunterst liegenden Tuch, der linke „Flügel“ nach innen, über das zweite Tuch, in die Mitte geklappt. Das zweite Tuch liegt jetzt quasi locker zwischen den beiden Hälften von Tuch eins wie ein Würstchen in einem Hotdogbrötchen. Die Maschine legt dann das dritte Tuch auf, wieder nur zur Hälfte, so dass erneut eine Mitte mit zwei „Flügeln“ entsteht. Dann wird von dem zweiten Tuch der rechte „Flügel“ eingefaltet. Nach diesem Prinzip faltet die Maschine 80 bis 100 Tücher für eine Box.

Die Öffnung macht’s

Wenn alle Kosmetiktücher ineinander gefaltet sind, ist der Stapel 10,5 Zentimeter breit, also halb so breit wie ein auseinander gefaltetes einzelnes Tuch. Würde man jetzt an dem oberen Tuch ziehen, würde es sich einfach von dem Stapel lösen, ohne dass das zweite nachkommt. Um diesen Effekt zu erzielen, müssen die Tücher in die Pappbox und die darf nur eine kleine schmale Öffnung haben, einen Schlitz.

Zieht man dann das erste Tuch durch diesen Schlitz, bewegt sich das zweite Tuch automatisch mit, weil die beiden ja in einander gefaltet sind. Sie stoßen dann an die Oberfläche der Box, dadurch entsteht Druck auf die Tücher, sie werden zusammen gepresst. Das nachfolgende Tuch schiebt sich dadurch noch ein Stück weit mit in die Öffnung, bleibt dann aber dort stecken, weil sie so schmal ist.

Autor/in:

Marlies Schaum

Redaktion:

Martin Gent

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