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Die Zeichnung "Der Mensch" von Leonardo da Vinci auf einem gelben Farbklima (Rechte: WDR)
Sendung vom 29.06.2012, 16:05 bis 17:00 Uhr
Bild: Porträt von Anne Siegel und Buchcover; Rechte: WDR /Piper Verlag

 Anne Siegel

Service: Ich und mein Sachbuch

Anne Siegel über Paul Watzlawiks "Anleitung zum Unglücklichsein"

Moderation: Andreas Lange

Mitte der Achtziger Jahre: Nach einem Streit legt der Freund Anne Siegel die "Anleitung zum Unglücklichsein" vor die Tür. Was für eine Frechheit, dachte unsere Autorin. Doch dann überwog die Neugier. Anne Siegel las Paul Watzlawiks Buch und versöhnte sich nachher nicht nur wieder mit ihrem Freund, sondern änderte auch wichtige Dinge in ihrem Leben.

 

Die Leserin

Anne Siegel wurde in Norddeutschland geboren und studierte Sozialwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften und Psychologie.

Die Autorin arbeitet seit Mitte der 90er Jahre für Radio und TV-Wellen des WDR. Neben Reportagen und Hörspielen schreibt sie auch Drehbücher und lebt in Köln und San Francisco. 2011 erschien ihr Sachbuch – über deutsche Einwanderinnen in Island.

 

Ihr Sachbuch: Paul Watzlawick – Anleitung zum Unglücklichsein

 

Dass mich dieses Buch so in seinen Bann ziehen würde, hätte ich kaum vermutet, denn mein Lebensgefährte stellte es mir vor vielen Jahren nach einem Streit wortlos vor die Tür. Es reichte also nicht, dass ich mich sowieso schon in einer Krise befand, denn ich spürte schon, das mein ursprünglich gewähltes Studienfach nicht meine Erfüllung bedeuten sollte. Und dann dieser freche Titel vor meiner Tür.

Watzlawicks „Anleitung zum Unglücklichsein“ wurde allerdings gleich zu einem Magneten für mich. In leicht verständlicher Form legte mir hier der Autor die Formen, mehr aber noch: die Geheimnisse der menschlichen Kommunikation dar.

Sein spannend geschriebenes Sachbuch öffnete mir die tiefer liegenden Schichten dessen, was wir einander im Alltag mitteilen, oder glauben uns mitzuteilen. Watzlawick legt auf faszinierende Weise offen, dass die Dinge nie das sind, was sie objektiv zu sein scheinen, sondern immer nur das, was wir in unserer Wahrnehmung aus ihnen machen.

Der berühmte Stanford-Professor Paul Watzlawick (1921 – 2007) geht sogar noch weiter und billigt jedem sein eigenes Unglück zu, solange er sich dessen bewusst ist und die Verantwortung dafür übernimmt. Schließlich, so Watzlawick, sei es für viele Menschen leichter, das eigene Unglücklichsein zu ertragen, weil sie dies schon kennen.

Glück erfordere schließlich Mut, schreibt der Österreicher. Und diesen Mut, etwas grundlegend im Leben zu ändern, den lernte ich bei der Lektüre dieses faszinierenden Buches, das die Welt der Kommunikation in ihrem ganzen Reichtum auffächert und uns zu selbst entscheidenden, bewusst handelnden Wesen macht. Mich und meinen Blick auf die Welt hat es sehr verändert. Ohne Watzlawick hätte ich mich wohl nie getraut, das Studienfach zu wechseln und endlich das zu studieren, was mich wirklich erfüllte.

 

Paul Watzlawick: „Anleitung zum Unglücklichsein“
erstmals erschienen 1983
21. Auflage: Piper Verlag
ISBN 978-3-492-24938-6
10,95 Euro

 

Autor/in:

Anne Siegel

Redaktion:

Anne Preger

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„So lernte ich ihn kennen, den großen Paul Watzlawick.“ – Was Anne Siegel erzählt

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