Donnerstag, 24.05.2012

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Die Zeichnung "Der Mensch" von Leonardo da Vinci auf einem gelben Farbklima (Rechte: WDR)
Sendung vom 28.12.2009, 16:05 bis 17:00 Uhr
Bild: Ein Taxischild auf einem Fahrzeug; Rechte: WDR/dpa

 Service mobil

Service mobil: Taxi, Plus-Taxi, Funkmietwagen

Wie findet man die richtige Kraftdroschke?

Auch das Taxigewerbe stöhnt unter der Wirtschaftskrise, denn so mancher, der sich bisher noch ein Taxi geleistet hat, bekommt beim Gedanken an den Taxameter seine ganz private Krise und fährt dann doch lieber mit Bus und Bahn.

Aber es gibt einige Tage im Jahr, da können sich die Taxiunternehmer über Mangel an Kundschaft nicht beklagen. Silvester gehört ganz bestimmt dazu.

Der Service-Mobil hat Tipps, wie man an einem solchen Tag doch noch ein Taxi ergattert und verrät, welche Spielregeln für die Fahrten mit den Autos in Hellelfenbein gelten.

Wer vorbestellt, fährt schneller 

Wenn ganz viele Menschen zur gleichen Zeit unbedingt ein Taxi haben wollen, dann ist es schon ein Problem, auch nur die jeweilige Taxi-Zentrale zu erreichen. Wer nicht stundenlang warten oder am Ende gar irgendwo stranden will, der sollte sein Taxi besser vorbestellen. Das zwingt einen zwar unter Umständen dazu, eine Party zu verlassen, wenn es gerade richtig gemütlich wird. Aber andererseits kommt man noch nach Hause.

Allerdings sollte man sich besonders in den großen Städten nicht unbedingt darauf verlassen, dass das vorbestellte Taxi auf die Minute pünktlich vor der Tür steht. Dafür ist in der Silvesternacht einfach zu viel los.

Wenn es mal etwas mehr sein soll - das Großraumtaxi 

Eine normale Taxi-Limousine kann bis zu vier Passagiere aufnehmen. Ist man zu fünft oder gar zu acht unterwegs, dann braucht man schon zwei dieser Fahrzeuge. Das kostet dann auch den doppelten Fahrpreis.

Inzwischen gibt es aber auch viele Taxen, die Platz für sechs Passagiere bieten. In manchen können sogar acht Personen mitfahren.

Das Großraumtaxi kostet zwar gegenüber der normalen Limousine oft einen Aufschlag, ist aber unterm Strich doch die preiswertere Variante. Da die entsprechenden Fahrzeuge aber nicht überall in großer Zahl vorhanden sind, ist es hier erst recht wichtig vorzubestellen.

Willkommen im Taxi-Tarifdschungel 

Die Taxi-Tarife werden nicht von den jeweiligen Taxi-Unternehmern willkürlich kassiert, sondern sind in den jeweiligern Taxiordnungen der Städte und Kreise festgelegt. Das führt allerdings auch dazu, dass es in Deutschland keinen einheitlichen Taxi-Tarif gibt.

Üblicherweise setzen sich die Kosten für eine Taxifahrt aus einer Vielzahl einzelner Posten zusammen. In Dortmund gilt zum Beispiel ein Grundpreis von 2,80 Euro, der erste Kilometer kostet 1,60 Euro, jeder weitere Kilometer 1,30 Euro und jeder Kilometer außerhalb Dortmunds (wenn nicht anders vereinbart) 1,50 Euro. Für die Stunde Warten werden 19 Euro berechnet, ein Kombi oder ein Großraumtaxi kosten pauschal 5,10 Euro Zuschlag und das Koffertragen von der Wohnung zum Bahnhof für das erste und zweite Gepäckstück drei Euro.

Am Wochenende gelten dann wieder andere Tarife für den Grundpreis und den Kilometer.

Das ist nur ein Ortsbeispiel, die Preise in anderen Städten weichen teils deutlich nach oben und unten davon ab.

Bei Fahrten außerhalb des Tarifgebietes kann man den Preis mit dem Taxifahrer frei aushandeln. Geht es um eine längere Reise, sollte man sich nicht scheuen, am Taxistand mehrere Angebote einzuholen.

Wenn das erste Taxi nicht das beste Taxi ist 

An Taxiständen ist es Brauch, das erste Fahrzeug in der Schlange zu nehmen. Allerdings: gesetzlich vorgeschrieben ist das nicht. grundsätzlich darf man als Kunde in jedes der wartenden Fahrzeuge einsteigen.

Und wenn der Taxifahrer des ersten Wagens beim Anblick eines kofferbepackten Fahrgastes nicht mal die Zeitung aus der Hand legt, geschweige denn ihm hilft die Koffer zu verladen, dann darf man ruhig auch den nächsten Wagen nehmen, dessen Chauffeur vielleicht mehr auf Zack ist.

Das gilt erst Recht, wenn das Auto auf Platz Eins in der Schlange verraucht oder verdreckt ist, die Reifen profillos sind oder der Fahrer dringend mal eine Dusche bräuchte.

Auch ein Taxifahrer muss nicht jeden mitnehmen 

Generell muss ein Taxi jeden befördern, auch angetrunkene Fahrgäste.

Ist der potentielle Passagier allerdings so betrunken, dass er schon auf die Hilfe beim Einsteigen aggressiv reagiert, dann darf der Taxifahrer die Fahrt ablehnen. Denn wer weiß, was dem renitenten Fahrgast als nächstes einfällt. Vielleicht greift er ins Lenkrad oder zieht bei Tempo achtzig die Handbremse.

Wer übrigens seinen Mageninhalt im Taxi entleert, der muss die Reinigung des Wagens bezahlen.

Wenn der Fahrer "wie der Henker" fährt...

... und auf die Bitten, sich an die Straßenverkehrsordnung zu halten, nicht reagiert, dann kann man sich wehren, um zumindest zukünftige Fahrgäste und andere Verkehrsteilnehmer vor einem potentiellen Verkehrsrowdy zu schützen.

Jedes Taxi trägt in der Heckscheibe eine Ordnungsnummer. Außerdem sollte im Innenraum ein Schild angebracht sein, auf dem der jeweilige Taxiunternehmer verewigt ist und schließlich hat ein Taxi auch noch ein ganz normales Auto-Kennzeichen. Es ist also leicht zu identifizieren.

Benimmt sich der Fahrer einfach nur daneben, dann ist der jeweilige Taxiunternehmer die richtige Beschwerdestelle.

Ist das Taxi nicht mehr verkehrssicher, dann kann man sich an die kommunalen Ordnungsbehörden wie das Ordnungsamt oder die Gewerbeaufsicht wenden.

In gravierenden Fällen sollte man auch vor einer Anzeige nicht zurückschrecken.

Kinder im Taxi 

Der Taxifahrer selber muss sich beim Fahren nicht anschnallen, damit er bei Übergriffen durch einen Passagier besser reagieren kann. Für die Passagiere selber allerdings gilt die Gurtpflicht.

Und für Kinder im Taxi gelten die gleichen Regeln wie für Kinder in jedem privaten Pkw. Das heißt: je nach Alter und Körpergröße brauchen sie eine Babyschale, einen Kindersitz oder eine Sitzerhöhung.

Allerdings sollte man eine Babyschale besser selber mitbringen, denn die wird man, so der ADAC, in den wenigsten Taxen vorfinden. Wer einen Kindersitz braucht, sollte das bei der Bestellung des Taxis dazu sagen. Denn längst nicht jeder Wagen hat so etwas an Bord.

Wohin mit dem Gepäck? 

Grundsätzlich muss jeder Taxifahrer auch das Gepäck seines Kunden mitnehmen. Allerdings nur so lange sich das gefahrlos transportieren lässt. Es gibt da deutliche Grenzen des Zumutbaren, die auch durch das Fassungsvermögen des Kofferraumes definiert werden. Die neue Waschmaschine sollte man vielleicht doch besser anderweitig liefern lassen.

Gleiches gilt für extrem sperrige Gepäckstücke wie zum Beispiel Surfbretter.

Der beste Freund des Menschen 

Auch Hunde dürfen Taxi fahren. Allerdings müssen sie nur mitgenommen werden, wenn sie keine Gefahr darstellen. Hat also ein Tier, das verpflichtet ist einen Maulkorb zu tragen,  keinen Maulkorb um, dann darf der Taxifahrer Nein sagen.

Gleiches gilt für Hunde, die so groß sind, dass der Fahrer das Auto mit Hund an Bord nicht mehr richtig bedienen kann. 

Wer das besondere sucht 

Unter Stichworten wie ‚Service-Taxi’ oder ‚Plus-Taxi’ versprechen Taxi-Zentralen saubere Fahrzeuge, die sich in einem technisch einwandfreien Zustand befinden und von freundlichen und zuvorkommenden Fahrern bewegt werden.

In Nordrhein-Westfalen gibt es solche Initiativen zum Beispiel in Köln, Düsseldorf oder Dortmund.

Die Benutzung eines Service- oder Plus-Taxis sollte übrigens keine Extra-Gebühr kosten.

Was ist ein Funk-Mietwagen? 

Funk-Mietwagen unterscheiden sich zunächst mal dadurch von einem Taxi, dass sie kein Taxameter haben. Die Fahrt wird ausschließlich nach zurückgelegten Kilometern abgerechnet.

Funk-Mietwagen dürfen keine Passagiere spontan am Straßenrand aufnehmen und sie dürfen auch nicht an Taxiständen auf Kundschaft warten. Ein Funk-Mietwagen kommt, wenn ein entsprechender Auftrag eines Kunden vorliegt.

In der Regel sind Funk-Mietwagen billiger als Taxis. Allerdings handelt es sich auch schon mal um kleinere, nicht so komfortable Fahrzeuge.

Autor/in:

Bernd Debus

Redaktion:

Martin Gent

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