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Die Zeichnung "Der Mensch" von Leonardo da Vinci auf einem gelben Farbklima (Rechte: WDR)
Sendung vom 28.09.2011, 16:05 bis 17:00 Uhr
Bild: Desktop von Ubuntu-Linux; Rechte: Michael Stein / WDR

 Oberfläche von Ubuntu erinnert an Windows oder Mac OS X

Service Computer: Betriebssystem aus dem Netz

Wie gut ist das kostenlose Linux "Ubuntu"?

Moderation: Marija Bakker

Seit vielen Jahren gibt es mit „Linux“ eine kostenlose Alternative zu den kommerziellen Betriebssystemen „Windows“ oder „Mac OS“. Das freie Betriebssystem Linux lässt sich aus dem Netz herunter laden und auf einem Computer installieren. Auf diese Weise lassen sich selbst ältere Rechner noch sinnvoll als Arbeitsgeräte nutzen. Und auch die preiswerten Netbooks, die oft ohne Betriebssystem verkauft werden, können damit ausgestattet werden. Eine Linux-Version ist das weit verbreitete „Ubuntu“.

Freiheit

Linux ist ein freies, so genanntes „Open Source“-Betriebssystem. Erfunden wurde es von dem Finnen Linus Torvalds. Im Prinzip kann jeder an seiner Programmierung mitarbeiten. Ein Betriebssystem besteht aus einer Vielzahl von einzelnen Komponenten um einen Kern herum. Jedes dieser oft kleinen Software-Stückchen wurde von einem oder mehreren Programmierern geschrieben. Zu einem bestimmten Zeitpunkt wird der momentane Entwicklungsstand dann „eingefroren“ und alle Elemente zu einer Betriebssystem-Version („Distribution“) zusammengestellt. Eine dieser Distributionen heißt „Ubuntu“. Ubuntu heißt in Zulu „Menschlichkeit“. Die Verantwortung für Ubuntu hat die Firma Canonical mit Sitz in London. Aktuell ist die Ubuntu-Version 11.04, die noch bis Oktober 2012 von Canonical unterstützt wird. Alle sechs Monate kommt eine neue Version heraus.

Wieso kostenlos?

Die Firma Canonical verdient ihr Geld mit Dienstleistungen (z. B. technischem Support) rund um das Betriebssystem. Das System selbst ist und bleibt kostenlos. Immer wieder gibt es an diesem Prinzip aber auch Kritik von den freien Programmierern: Canonical verändere oder verbessere das System zwar, lasse diese Änderungen aber nicht an die Entwicklergemeinschaft zurück fließen, damit auch andere Programmierer oder Distributionen davon profitieren können. Im Vergleich zu anderen beteilige sich Canonical außerdem zu wenig an der eigentlichen Entwicklung.

Große Ähnlichkeit

Auch das gefällt nicht allen Linux-Programmierern: Ubuntu ähnelt vom Aussehen her sehr den gängigen, kommerziellen Betriebssystemen Windows oder Mac OS X. Grundsätzlich könnte man über ein darunter liegendes Linux aber auch eine andere Oberfläche stülpen. Die Oberfläche von Ubuntu heißt „Unity“. Ubuntu 11.04 ist bereits sehr komplett: Neben der eigentlichen Oberfläche gehören gängige Anwendungen wie ein Büropaket („Libreoffice“), ein Programm zur Medienverwaltung, ein Browser (Firefox) oder auch ein E-Mail-Programm schon dazu. Weitere Programme kann man kostenlos oder auch gegen Bezahlung aus einem Software-Katalog laden, der ebenfalls mit installiert wird.

Aus dem Netz

Ubuntu kann man kostenlos aus dem Internet laden. Anschließend brennt man die herunter geladene Datei am besten auf eine DVD oder erzeugt eine von einem USB-Stick aus nutzbare Datei. Wie man das macht, das kann man auf der Ubuntu-Webseite nachlesen. Anschließend startet man den Rechner von der DVD (oder dem Stick) aus. Der Rest geschieht in den meisten Fällen völlig automatisch. Nach etwa 20 Minuten (je nach Geschwindigkeit des genutzten Computers) meldet sich das System fertig zur Arbeit. Ein Nachinstallieren von Treibern ist meistens nicht erforderlich.

Alte Möhrchen

Ubuntu kann auf so ziemlich jedem Computer installiert werden – egal ob PC oder Mac. Auch ältere Computer funktionieren damit meistens sehr gut. Einzige Einschränkung: Die Benutzeroberfläche „Unity“ braucht eine aktuellere Grafikkarte. Wo sie nicht vorhanden ist, wird eine abgespeckte Version der Oberfläche installiert, die zwar nicht so schön aussieht, ihren Zweck aber absolut erfüllt. In der „Vollversion“ gibt es auf dem Desktop den so genannten „Launcher“: Alle installierten Programme werden – ähnlich wie beim iPad oder iPhone – übersichtlich mit einem Icon angezeigt und lassen sich unmittelbar starten. Auch beim Kauf eines Netbooks sollte man überlegen, ob Ubuntu nicht eine sinnvolle Anschaffung sein kann. Viele Netbooks und auch Desktop-PC’s werden heute nämlich ohne Betriebssystem geliefert, um einen möglichst günstigen Verkaufspreis erreichen zu können. Das Betriebssystem kostet dann extra. Wählt man hier Ubuntu, kann man schnell ’mal 100 Euro sparen.

Echte Alternative?

Ubuntu ist ein vollwertiges Betriebssystem, unter dem man eine stetig wachsende Zahl von Programmen installieren kann. Aber: Nicht restlos jedes Programm, das man unter Windows vielleicht täglich benutzt (oder benutzen muss) gibt es auch für Ubuntu. An einigen wenigen Stellen ist auch Ubuntu noch einwenig sperrig – um bestimmte Funktionen verstehen zu können, muss man sich schon ein wenig mit Computern auskennen. Insgesamt ist es aber eine sehr gute Alternative zu kommerziellen Systemen wie Windows oder Mac OS X. Computer-Experte muss man nicht mehr sein – ein wenig Spaß am Umgang mit Computern sollte aber vorhanden sein.

Autor/in:

Gespräch mit Michael Stein

Redaktion:

Joachim Hecker

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