s
Wenn der Tag anstrengend gewesen ist, müssen manche Menschen die Füße hochlegen, weil ihre Beine geschwollen sind. Häufig ist das nicht problematisch, manchmal aber ein Hinweis auf eine Krankheit.
Wie kommt es zu einer Schwellung? Überall in unserem Körper gelangt aus kleinen Blutgefäßen Wasser in das Gewebe: Es umspült die einzelnen Zellen und wird später mit Abfallstoffen beladen über das Lymphsystem abtransportiert. Normalerweise ergibt sich dabei ein Gleichgewicht. Bei einer Störung kann es aber passieren, dass zu wenig Lymphflüssigkeit abfließt. Dann sammelt sich das Wasser im Bindegewebe. Man spricht in diesem Fall von einem Ödem. Ödeme können nicht nur in den Beinen, sondern auch in anderen Körperteilen auftreten.
Wodurch entsteht ein Ödem?
Es gibt verschiedene Ursachen: Das Lymphsystem kann beeinträchtigt sein durch einen Unfall, eine Krebstherapie oder Veranlagung. Oder es fließt durch eine Herzschwäche zu wenig Blut vom Körper wieder zurück zum Herzen: Dadurch sammelt sich mehr Wasser im Gewebe als beim gesunden Menschen. Auch wenn die Venenklappen in den Beinen nicht mehr vollständig funktionieren, fließt zu wenig Blut aus den Beinen wieder zum Herzen, wodurch sich Wasser im Gewebe ansammelt. Eine Erkrankungen der Niere, eine Erkrankung der Leber und extreme Mangelernährung können ebenfalls zu einem Ödem führen.
Bagatelle oder Krankheit?
Wenn man am Tag lange gestanden hat und abends geschwollene Beine hat, dann ist das unangenehm, aber nicht beunruhigend –solange die Schwellung am nächsten Morgen wieder verschwunden ist. Wenn ein Ödem mit der Zeit stärker wird und seltener wieder verschwindet, sollte man allerdings zum Arzt gehen.
Wie behandelt man Ödeme?
Wenn Ödeme normalerweise am nächsten Morgen wieder verschwunden sind, helfen Kompressionstrümpfe (Stützstrümpfe), falls nötig ergänzt durch eine Lymphdrainage. Kalt-warm Wechselduschen bringen den Blut-Kreislauf in Schwung. Es ist besser zu Laufen als zu Stehen. Und es ist angenehm, die Beine hochzulegen. Wenn das Ödem ein Symptom für eine Herz-, Nieren- oder Leberkrankheit ist, wird die der Schwellung zugrundeliegende Krankheit mit Medikamenten behandelt.
Spezialfall: Lymphödem
Ein Ödem, das durch ein beschädigtes Lymphsystem entsteht, heißt Lymphödem. Meistens bildet es sich nach einer Krebserkrankung, wenn z.B. Lymphknoten entfernt wurden oder durch Strahlentherapie das Lymphsystem geschädigt wurde. Bei manchen Patienten bildet sich das Ödem nach einer gewissen Zeit wieder zurück. Ein länger andauerndes Lymphödem kann mit der Zeit zu immer stärkeren Beschwerden führen. Daher sollte man früh zum Arzt gehen, der die Behandlung persönlich auf den Patienten abstimmt. Nicht alle Therapien sind für jeden geeignet. Meistens werden kombiniert:
- Kompressionsstrümpfe oder Bandagen
- Lymphdrainage (eine spezielle Massage)
- Spezielle körperliche Übungen - Besondere Hautpflege
Entwässerungstabletten
Entwässerungstabletten helfen in der Regel nur bei Ödemen, die durch Herz-, Nieren- oder Leberprobleme entstehen, die stets durch einen Arzt behandelt werden müssen. Daher sollte man nicht ohne Absprache mit dem Arzt Entwässerungstabletten nehmen oder weniger trinken.
Autor/in:
Gespräch mit Christina Sartori, Wissenschaftsjournalistin
Redaktion:
Monika Kunze




![Bild: Pfanne mit Atom; Rechte: interfoto/mauritius images/WDR[m]](/fileadmin/user_upload/Sendungen/Leonardo/2012/Kuechenexperimente/Foto/KETeaserLogo_160x70.jpg)







