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Wenn der Sommer besonders schön ist und die Sonne praktisch durchgehend scheint, ist die Luft auch voller Insekten. Aber egal wie schön das Wetter ist, es kann plötzlich umschlagen. Und was machen Insekten eigentlich, wenn es regnet?
Ein Leonardo-Hörer hat einen Schwarm Wespen beobachtet, der sich scheinbar mühelos im Regen in der Luft zu halten schien. Das führte zu der Frage: Werden Wespen im Regen überhaupt nass?
Werden Wespen im Regen nass?
Wenn sich die Sonne im Sommer durchsetzt, wimmelt es in der Luft plötzlich von Insekten. Dass sie sich bei diesem Wetter wohl fühlen, ist klar. Aber was machen zum Beispiel Wespen eigentlich, wenn das Wetter plötzlich umschlägt und es zu regnen beginnt?
Wespen bleiben von Regen scheinbar unbeeindruckt
Aufmerksame Spaziergänger konnten dieses Phänomen schon häufig beobachten: Bei einsetzendem Regen bleibt ein Wespenschwarm einfach in der Luft stehen, ganz so, als ob die Tropfen den Insekten nichts ausmachen würden.
Wespen müssen auf Futtersuche gehen
Aber das ist ein Trugschluss, weiß Harry Abraham, Wespenexperte vom Naturschutzbund Deutschland (NABU). „Der Regen macht den Wespen durchaus etwas aus. Aber sie sind häufig gezwungen, trotz der Witterung draußen zu bleiben und nicht ins Nest zurückzukehren. Denn dort befinden sich zehntausende Larven, die dringend Futter brauchen. Deshalb bleiben die Wespen auch bei Regen draußen und jagen weiter Fliegen, Mücken und andere Kleininsekten, mit denen die Wespenarbeiterinnen die Larven füttern.“
Schutzvorrichtung hilft im Regen
Deshalb nehmen die Wespen auch in Kauf, gelegentlich von einigen Tropfen getroffen zu werden. Dass sie sich bei solchen Treffern weiter in der Luft halten können, haben die Insekten einer einzigartigen Schutzvorrichtung zu verdanken, mit der sie die Natur ausgestattet hat.
„Die Wespen haben ja einen Chitinpanzer an dem die Regentropfen abperlen“, erklärt der Wespenexperte Harry Abraham. „Aber ein großer Regentropfen ist für eine Wespe natürlich wie eine Bombe und so kann eine Wespe natürlich auch abgeleitet werden, wenn sie auf den Flügeln getroffen wird.“
Wespen bleiben in der Luft
Die Wespe stürzt nach so einem Treffer durch einen Regentropfen aber nicht ab. In der Regel wird sie nur ein wenig aus der Bahn geworfen und kann dann ihren Flug fortsetzen. Dabei hilft der kleinen Wespe (eine Arbeiterin ist nur elf bis vierzehn Millimeter lang) auch ihre geringe Körpermasse. Wenn ein Tropfen auf ein Bein oder einen Flügel fällt, wird sie nicht nach unten gedrückt, sondern nur zur Seite. Die Feuchtigkeit bleibt auch nicht am Körper der Wespe haften, sondern gleitet schließlich von ihr ab. Richtig nass werden kann also eine Wespe dank ihres Chitinpanzers gar nicht.
Heftige Wolkenbrüche sind aber zuviel
Bei leichtem Regen kann sich eine Wespe also noch ganz gut in der Luft halten. Aber zum Beispiel bei einem durch die Sommerschwüle ausgelösten heftigen Gewitter mit sehr starkem Regen hätte sie keine Chance mehr. Die schweren Regentropfen würden so auf die Wespen niedergehen, dass sie zu Boden gedrückt würden. Das kommt aber in der Natur kaum vor.
„Wespen kommen nicht so zu Tode“, sagt Harry Abraham vom NABU. „Ich selbst habe noch keine Wespe am Boden liegen sehen, wenn es stark regnet. Sie werden sich irgendwo verkriechen und haben auch den nötigen Instinkt, dass sie Schutz suchen müssen, wenn es stark regnet.“
Die Wespen bleiben dann so lange in Deckung, bis sich der Regen etwas gelegt hat. Dann müssen sie wieder auf Nahrungssuche gehen.
Autor/in:
Ingo Wagner
Redaktion:
Martin Gent






![Bild: Pfanne mit Atom; Rechte: interfoto/mauritius images/WDR[m]](/fileadmin/user_upload/Sendungen/Leonardo/2012/Kuechenexperimente/Foto/KETeaserLogo_160x70.jpg)







