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Service Gesundheit: Die Diabetes Nanny
Hilfe für zuckerkranke Kinder
Moderation: Franz-Josef Hansel
Diabetes: Diese Diagnose wird in Deutschland jährlich bei über 2000 Kindern gestellt und häufig sind deren Familien völlig überfordert mit der neuen Situation: Da ist plötzlich die Rede vom Spritzen, das Essen des Kindes muss umgestellt werden. Die Krankheit bestimmt den Tagesablauf. Wenn es schwierig wird, das Leben mit einem diabeteskranken Kind zu organisieren, helfen Diabetes Nannys. Diese Spezialistinnen kommen zu den Kindern nach Hause. Organisiert wird die kostenlose Betreuung bundesweit von der Stiftung Dianino.
Wenn die Bauchspeicheldrüse versagt
In Deutschland leiden rund 25.000 Kinder an Diabetes Typ 1. Das heißt, bei ihnen produziert die Bauchspeicheldrüse kein Insulin mehr. Insulin ist notwendig, um Kohlenhydrate im Körper zu verarbeiten und in Energie umzusetzen. Die Ursachen für diesen Defekt der Bauchspeicheldrüse sind bisher nicht geklärt. Mediziner vermuten, dass neben einer genetischen Veranlagung auch Umwelteinflüsse eine Rolle spielen. Experten registrieren, dass sich die Zahl der Krankheitsfälle in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt hat. Die Hälfte der Kinder ist noch keine 10 Jahre alt.
Die Symptome
Diabetes ist eine schleichende Krankheit. Sie verursacht keine Schmerzen. Symptome sind ein stark erhöhtes Durstempfinden, entsprechend erhöhen sich auch die Urinmengen. Bei Kindern, die bereits trocken waren, führt das häufig wieder zu einem Einnässen in der Nacht. Weitere Alarmzeichen sind Gewichtsverlust und Müdigkeit.
Stress für die Familie
Ein Kind mit Diabetes zu haben, bedeutet für die Eltern erst einmal eine große Umstellung. Vor jedem Essen werden die Broteinheiten (Kohlenhydrate) gezählt, der Blutzucker wird gemessen, danach wird die Spritze mit der entsprechenden Menge Insulin gesetzt. Gerade in der Anfangsphase ist das eine sehr große seelische Belastung - nicht nur für das betroffene Kind, sondern auch für die Eltern.
Hilfe von der Diabetes Nanny
Hat eine Familie Probleme, vermittelt die Stiftung „Dianino“ bundesweit so genannte Diabetes Nannys. Mittlerweile betreuen über 400 solcher ehrenamtlicher Beraterinnen kranke Kinder in ihrem Alltagsleben. Die Hilfe ist kostenlos. Diabetes Nannys sind vor allem Kinderkrankenschwestern und betroffene Mütter, die in speziellen Kursen für ihre Betreuungsarbeit geschult werden. Vermittelt werden die Nannys in der Regel von den Diabeteszentren, in denen die Kinder betreut werden. Dort sollte man sich also melden, wenn man Kontakt zu einer Diabetes Nanny aufnehmen möchte.
Aufklärungsarbeit
Problematisch wird die Situation in den Familien oft, wenn die kranken Kinder ins Kindergarten- und Schulalter kommen. Dann müssen auf jeden Fall die Erzieher über das Diabetesproblem informiert werden. Auch dafür sind Diabetes Nannys zuständig. Sie organisieren Infoabende in Schulen und Kindergärten. Selbst längere Klassenfahrten sind dann für Kinder, die regelmäßig Insulin spritzen müssen, in aller Regel kein Problem. Für kleinere Kinder, die sich noch nicht selbst die Spritze setzen können, gibt es mittlerweile einen speziellen Betreuungsservice. Ein Krankenpflegedienst kommt in den Kindergarten oder in die Grundschule, um die Insulinspritze zu setzen. Dieser Einsatz wird vom Kinderarzt beantragt und wird in der Regel von den Krankenkassen bezahlt. Auch bei solchen organisatorischen Fragen steht die Stiftung „Dianino“ den Eltern mit Rat und Tat zur Seite.
Autor/in:
Sigrid Müller
Redaktion:
Monika Kunze
Link-Tipps
Stiftung Dianino
Obere St. Leonhardstr. 32
88662 Überlingen
www.stiftung-dianino.de
Beratung für Eltern: Dianino Hotline: 0180/2000193
Deutscher Diabetiker Bund (Selbsthilfeorganisation von Diabetes Patienten)
Goethestr.27
34119 Kassel
Tel: 0561/703 47 70
www.diabetikerbund.de
Deutsche Diabetes Gesellschaft
Bürkle-de–la-Champ Platz
44789 Bochum
Tel:0234/97889-0
www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de




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