Donnerstag, 23.05.2013

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Die Zeichnung "Der Mensch" von Leonardo da Vinci auf einem gelben Farbklima (Rechte: WDR)
Sendung vom 26.09.2012, 16:05 bis 17:00 Uhr
Bild: Blättern in einem Impfbuch, in das der Arzt alle verabreichten Impfungen einträgt; Rechte: dpa

 Herbstzeit - Impfzeit

Impfen gegen Grippe

Mit Spritze oder Nasenspray?

Moderation: Marija Bakker

Jedes Jahr während der Wintermonate sind Grippeviren unterwegs. Und jedes Jahr im Herbst erinnern Arbeitgeber, Ärzte und Fachleute daran, dass man sich gegen Grippe impfen lassen kann. Der neue, an die aktuelle Saison angepasste Impfstoff kommt dann in die Praxen.

Wer sollte sich impfen lassen?

Die Ständige Impfkommission in Deutschland (STIKO) empfiehlt die Impfung Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist. Außerdem Menschen über 60 Jahre, chronisch Kranken, die beispielsweise an Diabetes, einer Herz-Kreislaufkrankheit oder Asthma leiden. Bei Ihnen kann es durch die Grippe zu schweren Komplikationen kommen, etwa zu einer Lungenentzündung.

Impfung auch für Schwangere?

Auch schwangeren Frauen empfehlen die Experten der STIKO eine Grippeschutzimpfung: Denn: Gerade bei Schwangeren kann es zu einem sehr schweren Verlauf einer Grippe kommen. Studien zeigen, dass durch die Impfung kein erhöhtes Risiko für Kaiserschnitt, Frühgeburt oder für die Gesundheit des Säuglings besteht.

Ärzte und pflegendes Personal

Menschen, die durch ihren Beruf mit vielen Kranken Kontakt haben, sollten sich impfen lassen: Ärzte beispielsweise oder Kindergärtnerinnen. Sie tragen ein erhöhtes Risiko, selber Grippe zu bekommen. Und sie können sehr viele Menschen anstecken, wenn sie selber erkrankt sind.

Kinder und Jugendliche

Kinder und Jugendliche verkraften eine Grippe in der Regel besser als Erwachsene. Bei Ihnen verläuft die Grippe milder. Aber für chronisch kranke Kinder und Jugendliche empfiehlt die STIKO die Grippeschutz-Impfung, zum Beispiel für kleine Asthmapatienten.

Warum muss man sich jedes Jahr erneut impfen lassen?

Es gibt viele verschiedene Grippeviren. Leider gibt es noch keine Impfung, die vor all diesen verschiedenen Grippeviren-Stämmen zusammen schützt. Deswegen wird jedes Jahr neu bestimmt, welche drei Grippeviren-Stämme aktuell am häufigsten auftreten. Gegen diese drei Stämme schützt dann die aktuelle Impfung.

Welche Rolle spielen Adjuvantien?

Bei Senioren antwortet das Immunsystem schwächer auf die Impfung als bei Erwachsenen. Senioren sind daher nach einer normalen Impfung häufig nicht ganz so gut geschützt. Deswegen gibt es einen speziellen Grippeimpfstoff für ältere Menschen, der Adjuvantien enthält. Adjuvantien sind Zusatzstoffe, die die Wirkung einer Impfung verstärken. Es gibt den Verdacht, dass das Adjuvans in dem „Schweinegrippen-Impfstoff“ Pandemrix in einigen Fällen die Krankheit Narkolepsie („Schlafkrankheit“) auslöste. Wenn ältere Menschen einen Impfstoff ohne Adjuvans bevorzugen, sollten sie ihren Arzt darauf ansprechen.

Nasenspray statt Spritze

Für die Saison 2012/2013 gibt es erstmals einen Grippe-Impfstoff, der nicht per Spritze verabreicht wird – sondern als Nasenspray. Er heißt Fluenz. Fluenz ist aber in Europa nur für Jugendliche und Kinder ab dem 2. Lebensjahr zugelassen. In Studien zeigte der Impfstoff bisher eine etwas bessere Schutzwirkung als andere Grippe-Impfstoffe. Für Kinder und Jugendliche, die an schwerem Asthma oder Atemnebengeräuschen leiden oder immungeschwächt sind, ist diese Impfung nicht geeignet. Steht das Kind in Kontakt mit jemandem, dessen Immunsystem stark geschwächt ist, sollte besser ein anderer Grippe-Impfstoff verwendet werden. Fluenz enthält nämlich abgeschwächte, lebende Viren, so dass ein frisch geimpftes Kind Menschen in seiner Umgebung anstecken kann. Alle anderen Grippe-Impfstoffe enthalten abgetötete Viren. Der frisch Geimpfte ist daher nicht ansteckend.

Autor/in:

Gespräch mit Christina Sartori, Medizinjournalistin

Redaktion:

Monika Kunze

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