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Die Kleine Anfrage: Wie funktionieren Entfeuchter für Kellerräume, die ohne Strom arbeiten?
Moderation: Marija Bakker
Keller, Garagen und Badezimmer sind besonders gefährdet. In diesen Räumen begünstigt oft eine hohe Luftfeuchtigkeit Schimmel an Wänden, Fliesenfugen und Duschvorhängen. Wer vorbeugen will, kann in Baumärkten Luftentfeuchter kaufen.
Es handelt sich um Plastikbehälter, die mit Salzkristallen gefüllt sind. Das Salz entzieht der Luft Feuchtigkeit und soll so dem Schimmelbefall vorbeugen.
Wie aber funktionieren diese Luftentfeuchter genau? Wann haben sich die Kristalle verbraucht? Und kann man der entstandenen Flüssigkeit das Wasser wieder entziehen, so dass man das Produkt mehrmals verwenden kann? Die kleine Anfrage kennt die Antworten.
Calciumchlorid entzieht der Luft die Feuchtigkeit
Bei den groben, weißen Kristallen in den Luftentfeuchtern handelt es sich um Calciumchlorid. Ein Salz, das aus Calcium- und Chlorid-Ionen besteht. Die Ionen sind in einer bestimmten Gitterstruktur angeordnet. Calciumchlorid ist in der Lage, Feuchtigkeit aus der Luft aufzunehmen. Chemiker bezeichnen dieses Phänomen als Hygroskopie. Eine Eigenschaft, die jeder auch vom heimischen Salzstreuer kennt. Darin verklumpt das Salz, wenn es nicht luftdicht verschlossen wird. Calciumchlorid ist so stark hygroskopisch, dass es nicht in Kontakt mit Haut oder Schleimhäuten kommen sollte. Es wirkt reizend, weil es der Haut Wasser entzieht.
Wasserfreies und wasserhaltiges Calciumchlorid
Das vakuumverpackte Calciumchlorid aus dem Baumarkt, das die Luft in der Garage oder im Badezimmer entfeuchten soll, enthält zunächst kein Wasser. Es ist wasserfrei. Schon nach wenigen Minuten in einem feuchten Raum aber beginnen die Kristalle zu glänzen, das Salz nimmt die Feuchtigkeit aus der Luft auf. Dabei geht das Calciumchlorid mit den Wassermolekülen eine Komplexbildung ein. Pro Formeleinheit können zunächst sechs Wassermoleküle gebunden werden. Es entsteht ein wasserhaltiges Calciumchlorid-Hexahydrat. Dieser nun wasserhaltige Feststoff kann aber noch mehr Wasser einlagern. Zudem schmilzt das Hexahydrat bei Temperaturen ab 30°C. Abhängig von der Luftfeuchtigkeit im Raum findet sich deshalb nach Stunden oder Tagen schließlich eine Flüssigkeit im Luftentfeuchter: eine stark konzentrierte Lösung wasserhaltiges Calciumchlorid. Ein Reaktion, bei der Wärme frei wird. Chemiker sprechen von einer „exothermen Redaktion“.
„Recycling“ des wasserhaltigen Calciumchlorids
Wer das flüssige, wasserhaltige Calciumchlorid in einem Backofen gibt und langsam auf 250-260°C erhitzt, erhält wieder wasserfreies, weißes Calciumchlorid, weil das Wasser verdunstet. Dieses könnte rein theoretisch wieder zur Luftentfeuchtung benutzt werden.
Grundsätzlich gilt die Faustregel: Die Masse des aufgenommenen Wassers entspricht ungefähr der Masse des verwendeten Calciumchlorids. Hundert Gramm Calciumchlorid können also dieselbe Menge Wasser binden. Zudem geben die Hersteller Hinweise, für wie viel Kubikmeter Raum das Calciumchlorid zur Entfeuchtung ausreicht. Letztlich hängt das aber von der Luftfeuchtigkeit im Raum ab. Calciumchlorid ist eine Möglichkeit, Garagen oder Kellerräume trocken zu halten. Für Badezimmer gibt es eine preisgünstigere Möglichkeit: Nicht nur nach dem Duschen regelmäßig gut lüften!
Autor/in:
Mareike Ilsemann
Redaktion:
Martin Gent





![Bild: Pfanne mit Atom; Rechte: interfoto/mauritius images/WDR[m]](/fileadmin/user_upload/Sendungen/Leonardo/2012/Kuechenexperimente/Foto/KETeaserLogo_160x70.jpg)







