Donnerstag, 24.05.2012

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Die Zeichnung "Der Mensch" von Leonardo da Vinci auf einem gelben Farbklima (Rechte: WDR)
Sendung vom 26.07.2011, 16:05 bis 17:00 Uhr
Bild: Eine Frau mit Laptop unter einem bunten Sonnenschirm an einem Sandstrand; Rechte: dpa

 Vor Diebstahl sicher?

Service Computer: Sicher online auch im Ausland

Moderation: Franz-Josef Hansel

Der virtuelle Gegner ist unsichtbar: Mit sogenannten „Keyloggern“ können die Besitzer von Internet-Cafés die Daten ihrer Nutzer ausspähen. Die Spionagesoftware läuft vom Anwender unbemerkt auf den Computern und zeichnet jeden Tastendruck auf. Innerhalb von Sekunden können Betrüger in das E-Mail-Konto der Urlauber eindringen und nach Konto- oder Kreditkartendaten suchen. Doch auch im Urlaub kann man sich schützen:

1. Passwort ändern
Der wichtigste Tipp: Vor dem Urlaub die Passwörter des E-Mail-Kontos und von wichtigen Seiten, wie zum Beispiel sozialen Netzwerken wie Facebook ändern – und nach dem Urlaub wieder zurücksetzen. Fischen Betrüger das „Urlaubs-Passwort“ im Internetcafé ab, haben sie spätestens nach Urlaubsende schlechte Karten. Experten raten außerdem, für jede Seite ein anderes Passwort zu nutzen, damit Betrüger nicht auch Zugang zum Online-Banking bekommen, wenn Sie das Facebook-Passwort kennen.
 
2. E-Mail-Weiterleitung einrichten
In unserem Posteingang lagern oft viel sensiblere Informationen als wir ahnen: Passwörter, Zugangsdaten, Kontaktlisten. Wer diese Informationen nicht benötigt, aber bei neuen E-Mails auf dem Laufenden bleiben möchte, kann sich ein kostenloses E-Mail-Konto einrichten (zum Beispiel bei Googlemail.com) und eine sogenannte Weiterleitung von seinem Haupt-E-Mail-Konto einrichten. Aber Achtung: Bei manchen Internet-Providern werden alte E-Mails gelöscht, wenn eine Weiterleitung aktiviert wird.  

3. Chronik & Passwörter löschen
Um an Nutzerdaten heran zu kommen, brauchen Betrüger oft nicht einmal Spionagesoftware. Sie können einfach die Informationen der letzten Sitzung des Browsers (Internet Explorer, Firefox, Chrome) auslesen. Denn viele Nutzer löschen im Internetcafé nicht die Chronik oder lassen den Browser ihre Passwörter speichern. Im Firefox Browser lassen sich Chronik und Passwörter wie folgt löschen:
Chronik: Extras > Einstellungen > Datenschutz > Häkchen bei „Die Chronik löschen wenn Firefox geschlossen wird“
Passwörter: Extras > Einstellungen > Sicherheit > Häkchen Passwörter speichern entfernen; unter „Gespeicherte Passwörter“ können bereits bemerkte Passwörter gelöscht werden.

4. Internet-Software auf dem USB-Stick
Das Problem mit Chronik und Passwörtern lässt sich vermeiden, wenn man nicht den Browser nutzt, der auf dem Rechner des Internet-Cafés installiert ist, sondern seinen eigenen mitbringt. Auf einem USB-Stick lässt sich in wenigen Schritten ein Firefox Portable („Firefox zum Mitnehmen“) installieren. Den kann man auf der unten genannten Seite herunterladen und auf einen freien USB-Stick kopieren. Im Internetcafé steckt man den USB-Stick ein und surft mit seinem eigenen Browser. Vorteil: Reisende haben ihre Lesezeichen / Favoriten / Bookmarks immer dabei.

5. Virtuelles Keyboard nutzen
Keylogger zeichnen jeden Tastendruck auf und können so Passwörter sehr einfach speichern. Etwas schwerer wird es für Betrüger, wenn Benutzername und Passwort nicht eingetippt werden, sondern per Mausklick über eine sogenannte Virtuelle Tastatur eingegeben werden. Auch das bringt keine hundertprozentige Sicherheit, da moderne Spionagesoftware auch den Inhalt des Bildschirms „abfilmt“, aber ältere Programme können damit ausgetrickst werden - wenig Aufwand für ein Plus an Sicherheit. Einige E-Mail-Anbieter bieten Virtuelle Tastaturen von sich aus an. Falls nicht kann man das kostenlose „Mouse only Keyboard“ auf den USB-Stick herunterladen. Es benötigt keine Installation und kann mit einem Klick gestartet werden.  

6. Offene W-Lan nicht einfach so nutzen
Wer seinen eigenen Computer oder sein Smartphone mit in den Urlaub nimmt, freut sich bestimmt über offene W-Lan-Zugangspunkte, die es in fast allen Hotels, Restaurants und sogar an manchen Stränden gibt. Dabei ist zu beachten, dass der Datenaustausch in offenen Netzwerken (also ohne eine sogenannte WPA/WEP-Verschlüsselung) von jedem anderen Teilnehmer in dem Netzwerk ausgelesen werden kann. Wer sicher gehen will, dass der Nachbar vom Pool nicht die E-Mail mitliest, sollte ein sogenanntes VPN (Virtuelles privates Netzwerk) - zum Beispiel „CyberGhost VPN“ oder „HotSpotshield“ - nutzen.  

7. Kein Onlinebanking im Urlaub
Wichtigste Regel: Das Online-Bankkonto sollte im Urlaub tabu sein. Experten raten, mit der Bank für den Zeitraum Telefonbanking zu vereinbaren und auf jeden Fall einen Maximalbetrag für Überweisungen einzurichten.

Autor/in:

Claus Hesseling

Redaktion:

Anne Preger

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