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Die Zeichnung "Der Mensch" von Leonardo da Vinci auf einem gelben Farbklima (Rechte: WDR)
Sendung vom 26.02.2009, 16:05 bis 17:00 Uhr
Bild: Mensch trinkt aus Wasserflasche; Rechte:   WDR/dpa/Rumpenhorst, Frank/A3602

 Magenfüllend?

Die Kleine Anfrage

Kann man sich satt trinken?

Moderation: Andreas Lange

Wenn alle Geheimnisse des Appetits gelüftet wären, die Diätbranche würde tiefer Depression erfasst. Welche Rolle die Magenfüllung beispielsweise genau spielt, scheint von den Experten nicht einhellig beantwortet zu werden. Einem Leonardo-Hörer wurde von seinem Kinderarzt geraten, dem appetitlosen Sohn zu den Mahlzeiten kein Getränk hinzustellen. Er würde sich sonst "satt trinken" statt satt essen. Prompt kam Kritik aus dem Bekanntenkreis: Weil Flüssigkeit am Magen vorbei direkt in den Darm gelange, könne man sich nicht "satt trinken". Die Kleine Anfrage hat eine gewiss sättigende Antwort auf Lager.

Trinken löscht den Durst – aber macht es eigentlich auch satt? Das hängt von mehreren Faktoren ab: ob die getrunkene Flüssigkeit Nährstoffe enthält, welche und wie viele. Und ob sich im Magen bereits quellfähige Nahrung befindet.

 

Sattmacher Nr. 1: die Magendehnung

Sättigung ist ein zweistufiger Vorgang. Das erste Sättigungssignal geht vom Magen aus. Der wird durch die Speisen gedehnt und gibt über Rezeptoren die Botschaft ans Gehirn: „Der Magen ist voll, ich bin satt.“ Auch Flüssigkeit füllt den Magen, macht also kurzfristig satt. Aber anders als feste Nahrung verlässt sie den Magen schnell wieder. Das dauert nur etwa eine Stunde.

 

Mehr Volumen für den Nahrungsbrei

Länger bleibt die Flüssigkeit im Magen, wenn sie sich dort an feste Nahrung binden kann und diese aufquellen lässt – beispielsweise Ballaststoffe aus Gemüse oder Vollkornbrot. Dadurch erhöht sich das Volumen des Nah-rungsbreis, die Magen-Sättigung bleibt länger erhalten.

 

Sattmacher Nr. 2: die Nährstoffe

Das zweite Sättigungssignal geht vom Darm aus. Dort befinden sich Rezep-toren, die erkennen, welche Nährstoffe angekommen sind – Eiweiß, Kohlenhydrate oder Fette. Je nachdem, wie viel davon da ist, signalisiert der Darm dem Gehirn den Grad der Sättigung.

 

Am besten sättigt Eiweiß

Am besten und längsten sättigt Eiweiß. Deshalb gibt es z.B. Diäten, bei de-nen täglich ein oder zwei Hauptmahlzeiten durch Eiweißgetränke ersetzt werden. Am zweitbesten sättigen Kohlenhydrate; zum Schluss kommen die Fette. Milch enthält alle drei Nährstoffe und macht gut satt – wie man an gestillten Babys sehen kann.

Autor/in:

Frank Eckhardt

Redaktion:

Martin Gent

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