s
Auslieferungsstopp für Grippeimpfstoffe
Produkte der Firma Novartis werden geprüft
Moderation: Marija Bakker
Auch Deutschland hat die Auslieferung von Grippeimpfstoffen des Schweizer Pharma-Konzerns Novartis teilweise gestoppt. Die Freigabe für vier Chargen des Impfstoffes Begripal und eine Charge des Impfstoffes Fluad werde vorsorglich zurückgenommen, teilte das für die Zulassung von Impfstoffen zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) am Donnerstag in Langen mit. Was bedeutet das für deutsche Patienten?
Die wichtigsten Fragen und Antworten zusammengestellt von WDR-Wissenschaftsredakteurin Monika Kunze:
Zuvor hatten bereits Italien, die Schweiz und Österreich einen Auslieferungsstopp für die Grippeimpfstoffe verhängt. Warum?
Offenbar wurden weiße Partikel in Impfstoff-Spritzen festgestellt, bei denen es sich um ausgeflockte Bestandteile oder aber auch Verunreinigungen handeln könnte. Auf jeden Fall gab es eine Abweichung, deren Ursachen geklärt werden müssen. Zudem beanstandeten die italienischen Gesundheitsbehörden Unterlagen, die Novartis zur Prüfung eingereicht hatte. Da muss jetzt nachgebessert werden.
Sind durch den beanstandeten Impfstoff Menschen zu Schaden gekommen?
Es gab keine Todesfälle und keine schweren Erkrankungen nach der Impfung mit einem der beanstandeten Grippeimpfstoffe. Die Behörden in Italien und in der Schweiz betonen daher, dass der Auslieferungsstopp eine Vorsichtsmaßnahme sei. Auch Klaus Cichutek, Chef des Paul-Ehrlich-Instituts, erklärte, dass der Schritt dem Schutz der Patienten diene. Es sei nicht auszuschließen, dass die Ausflockungen im Impfstoff Nebenwirkungen haben oder allergische Reaktionen hervorrufen könnten. Allerdings seien diese Ausflockungen in Deutschland bislang noch nicht beobachtet worden.
Wie sollen sich deutsche Patienten jetzt verhalten?
Im besten Fall wird der Patient nichts mehr mit den beanstandeten Chargen der Grippeimpfstoffe zu tun haben, wenn er zum Arzt kommt. Novartis hat schließlich zugesagt, die Auslieferung zu stoppen und die beanstandeten Chargen zurückzurufen. Auch die Ärzte sind informiert. Wenn ein Patient auf Nummer sicher gehen will, kann er seinen Arzt fragen, welchen Grippeimpfstoff er verwendet. Bei der beanstandeten Ware handelt es sich um Chargen der Impfstoffe "Begripal" und "Fluad". "Fluad" enthält einen Wirkungsverstärker und ist speziell für ältere Menschen gedacht.
Wer bereits mit einem der beanstandeten Stoffe geimpft wurde, sollte Ruhe bewahren, denn es ist noch kein Patient ernsthaft zu Schaden gekommen.
Wie reagiert Novartis auf den Auslieferungsstopp?
Novartis bestätigt, dass Partikel im Impfstoff-Herstellungsprozess auftreten können, ist aber zuversichtlich, dass diese keine Auswirkungen auf die Sicherheit oder Wirksamkeit der Begripal- und Fluad-Impfstoffe haben, die in Italien hergestellt wurden. Das Unternehmen hat eine rasche Zusammenarbeit mit den Gesundheitsbehörden zugesagt. Die Chargen, die das Paul-Ehrlich-Institut beanstandet hat, will Novartis nicht mehr ausliefern oder sie zurückrufen.
Autor/in:
Gespräch mit Monika Kunze; WDR-Wissenschaftsredaktion
Redaktion:
Ruth Schulz






![Bild: Pfanne mit Atom; Rechte: interfoto/mauritius images/WDR[m]](/fileadmin/user_upload/Sendungen/Leonardo/2012/Kuechenexperimente/Foto/KETeaserLogo_160x70.jpg)







