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Service Gesundheit: Wann hilft Acetylsalicylsäure?
Kopfschmerzmittel und noch mehr
Moderation: Marija Bakker
Acetylsalicylsäure, bekannt vor allem als Aspirin oder als ASS, gibt es seit mehr als 100 Jahren. Der Wirkstoff hilft bei Kopfschmerzen und Fieber, soll aber auch vor Krebs, Herzinfarkt und Schlaganfall schützen. Doch was genau ist der Nutzen? Und wo liegen die Risiken?
Schlaganfall und Herzinfarkt
Menschen, die schon einmal einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall erlitten haben, kann ASS helfen, einen weiteren Infarkt oder Schlaganfall zu verhindern. Denn: Infarkt und Schlaganfall entstehen durch ein Blutgerinnsel, eine Verstopfung eines Blutgefäßes. ASS verdünnt das Blut, so dass es weniger leicht zu einem Gerinnsel, einem Blutpfropf kommt.
Nebenwirkungen
Wie jedes Medikament bringt auch ASS unangenehme Nebenwirkungen mit sich: Dadurch, dass es das Blut flüssiger macht, kommt es leichter zu mehr oder weniger schlimmen Blutungen. Einige Tage vor einer Operation oder Zahnbehandlung sollte man deswegen kein Aspirin einnehmen. Außerdem kann es zu Problemen mit dem Magen oder Darm führen. Daher wird es derzeit auch nur Menschen empfohlen, die schon einen Infarkt hatten. Auf Verdacht, aus Schutz vor einem möglichen ersten Infarkt oder Schlaganfall, sollte man Aspirin nicht nehmen.
Nutzen und Risiko
Menschen, die kein erhöhtes Risiko haben, einen Herzinfarkt zu erleiden, profitieren nur wenig davon, wenn sie vorsorglich jeden Tag eine Aspirin Tablette schlucken. Im Vergleich dazu ist das Risiko einer starken Blutung so groß, dass Experten sagen: In der Abwägung der Vor- und Nachteile überwiegen bei gesunden Menschen die Nachteile.
Krebs vorbeugen mit ASS?
Einige Studien zeigen, dass manche Menschen davon profitieren, wenn sie regelmäßig Aspirin einnehmen: Sie senken dadurch ihr Risiko, an bestimmten Krebsarten, zum Beispiel Darmkrebs, zu sterben. Demgegenüber stehen die Risiken einer regelmäßigen Aspirin Einnahme. Da es bisher nicht möglich ist festzustellen, welcher Patient wirklich sein Krebsrisiko senkt und welcher Patient die Nebenwirkungen nicht fürchten muss, gilt: ASS als Vorbeugung von Krebs zu nehmen, wird nicht empfohlen.
Eventuell bei erhöhtem Krebsrisiko
Aspirin könnte für Menschen sinnvoll sein, die ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs haben, weil der in ihrer Familie gehäuft auftritt und weil sie selber überdurchschnittlich viele Polypen, also Vorstufen von Darmkrebs, haben. Das sollte man dann aber genau mit seinem Arzt besprechen.
ASS gegen Kopfschmerzen
ASS ist geeignet für gelegentliche, schwächere Schmerzen: z. B. Kopf-, Zahn- Regel- und Gliederschmerzen. Es wirkt auch entzündungshemmend und fiebersenkend.
ASS nicht für Kinder
ASS ist nicht geeignet für Kinder unter 12 Jahren: Zusammen mit einem Virusinfekt (Windpocken, Grippe) könnte das seltene Reye- Syndrom ausgelöst werden, bei dem schwere Leber- und Hirnschäden möglich sind.
Autor/in:
Livegespräch mit Christina Sartori; Wissenschaftsjournalistin
Redaktion:
Monika Kunze





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