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Die Zeichnung "Der Mensch" von Leonardo da Vinci auf einem gelben Farbklima (Rechte: WDR)
Sendung vom 25.02.2010, 16:05 bis 17:00 Uhr
Bild: Illustration Spermien schwimmen auf eine Eizelle zu; Rechte: mauritius images

 Langer Weg bis zum "Ziel"

Die Kleine Anfrage: Wie finden die Spermien den richtigen Weg zur Eizelle?

Moderation: Marija Bakker

Wenn man sich mal genauer anschaut, welche Hürden ein Spermium überwinden muss, um die weibliche Eizelle zu finden, dann wundert man sich, dass Menschen es überhaupt schaffen, Kinder zu bekommen. Denn der Weg ist lang - für das Spermium. Vom Start in der weiblichen Scheide bis in den Eileiter, in dem das Ei wartet, sind es gut 20 Zentimeter. Und ein menschliches Spermium ist im Schnitt nur etwa 60 Mikrometer groß.

Kaugummi blockiert

Die erste Hürde ist der Eingang zur Gebärmutter. Den müssen die Spermien, die in die Scheide gelangt sind, erstmal finden. Der Eingang ist zum Schutz vor Infektionen mit einem Pfropf aus Zervixschleim verschlossen. Außerhalb der fruchtbaren Tage einer Frau ist dieser Schleim so zäh wie Kaugummi. In der Mitte des weiblichen Zyklus, rund um den Eisprung, ist er allerdings um bis zu 95 Prozent mit Wasser angereichert. Das macht es den Spermien leichter, sich darin zu bewegen und so von der Scheide in die Gebärmutterhöhle zu gelangen.

Sogeffekt macht es leichter

Die Gebärmutter hilft hierbei nach. Untersuchungen haben gezeigt, dass sie sich nach dem Geschlechtsverkehr zusammen zieht und wieder entspannt, muskuläre Kontraktion nennt sich das. Dadurch entsteht eine Art Sogeffekt, der die Spermien aus der Scheide Richtung Gebärmutterhöhle zieht. Sie heißt zwar Höhle, ist aber kein wirklicher Leerraum. Die vordere und hintere Wand der Gebärmutter liegen fast auf einander, so dass die Höhle quasi zu einem Spalt schrumpft, der ständig von einem Flüssigkeitsfilm bedeckt ist.

Eileiter Ã¶ffne dich

Eine Oberfläche auf der die Spermien sich gut bewegen können. Haben sie die Gebärmutterhöhle durchquert, haben sie die Möglichkeit, in den linken oder rechten Eileiter zu kommen. In der Regel reift nur in einem der beiden weiblichen Eierstöcke pro Monat ein Ei heran und wartet nach dem Eisprung im oberen Teil des dazu gehörigen Eileiters. Bei Menschen und manchen Tieren öffnet sich aber der Eileiter, in dem das befruchtungsbereite Ei wartet, weiter als der andere.

Ewig lockt das Ei

Die Spermien haben es somit leichter, in den weiter geöffneten Eileiter zu kommen. Man geht davon aus, dass der Eierstock dem Eileiter durch chemische Stoffe signalisiert, sich weiter zu öffnen. Einmal drin, sorgen Längsfalten in der Eileiterwand dafür, dass die Spermien immer weiter ins Innere des Eileiters, Richtung Ei bewegt werden. Manche Untersuchungen gehen davon aus, dass auch das Ei selbst Lockstoffe aussendet, auf die die Spermien reagieren.

Hilfe vom weiblichen Körper

Haben die Spermien das Ei erreicht, müssen sie zum ersten Mal komplett selbst aktiv werden. Sie heften sich an die Eiweißhülle des Eis an und versuchen sie dann zu durchbohren, mit Hilfe der Bewegungen ihres Schwanzes. Bis dahin sind es also letztlich drei Effekte, von denen man ausgeht, dass sie zusammen es dem Spermium ermöglichen, den Weg zum Ei zu finden: der Sogeffekt der Gebärmutter durch Kontraktionen, eine vergrößerte Öffnung des Eileiters in dem sich das Ei befindet und Lockstoffe des Eies selbst.

Spermienfülle als Garantie

Die Natur ist allerdings sehr verschwenderisch, damit die Spermien es trotz Hilfestellungen auch zum Ei schaffen. Im durchschnittlichen Samenerguss eines gesunden Mannes sind etwa 40 Millionen Spermien, gut die Hälfte von ihnen ist beweglich. Auf dem Weg zur Eizelle wird dann bereits selektiert, so dass es letztlich etwa 6000 Spermien in den Eileiter schaffen. Treffen muss dann nur noch ein Spermium.

Autor/in:

Marlis Schaum

Redaktion:

Martin Gent

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