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Die Zeichnung "Der Mensch" von Leonardo da Vinci auf einem gelben Farbklima (Rechte: WDR)
Sendung vom 25.02.2010, 16:05 bis 17:00 Uhr
Bild: Eine Weinbergschnecke; Rechte: mauritius images

 Schnecke auf Wanderschaft

Die Kleine Anfrage: Was ist das Geheimnis von klebrigem Schneckenschleim?

Moderation: Marija Bakker

Nach diesem Winter sehnen wir uns alle nach Frühling: Licht, Wärme – endlich mal wieder barfuß über eine Wiese gehen! Nun ja, wenn es denn so weit ist, wird die Freude nicht ganz ungetrübt sein und hin wieder dringen dann spitze Schreie des Ekels an unser Ohr. Oder wir müssen selbst einen solchen Schrei unterdrücken. Nämlich dann, wenn wir auf eine Nacktschnecke getreten sind. Denn die kleben fest. Und der Schleim, den sie hinterlassen, der klebt erst recht - und zwar hartnäckig. Was ist da bloß für ein Zeut?

Was ist das Geheimnis von klebrigem Schneckenschleim?

Unsere heimischen Nacktschnecken besitzen nur eine sehr dünne Haut, die für Wasserdampf durchlässig ist. Wäre diese Haut nicht durch eine dicke Schleimschicht geschützt, würden die Schnecken gerade im Sommer innerhalb kürzester Zeit austrocknen.

Schutz durch Zuckerketten

Schneckenschleim besteht chemisch gesehen zum Großteil aus kettenförmig zusammen gesetzten  Zuckermolekülen. Diese so genannten Mucopolyssaccharide ziehen Wasser förmlich an. Der Schleim, den sie zusammen mit Wasser bilden, schützt nicht nur Schneckenhaut. Auch die menschlichen Schleimhäute, zum Beispiel in Mund und Nase, sind mit Mucopolysacchariden bedeckt.

Zäh und klebrig durch Eiweiße

Der Schneckenschleim hat aber noch eine besondere Eigenschaft: Er ist viel zäher und klebriger als Schleim allein aus Mucopolysacchariden. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass dafür bestimmte Eiweiße verantwortlich sind. Sie sind zusätzlich zu den Zuckern im Schleim eingelagert. Die genauen Eigenschaften der Eiweiße sind noch unbekannt, aber Forscher haben bereits herausgefunden, dass sie über eine Reihe von Metallatomen miteinander verbunden sind. Dabei handelt es sich vor allem um Eisen, Zink und Kupfer. Mit Hilfe der Metalle bilden die Eiweiße ein stabiles, eher wasserabweisendes Gerüst im ansonsten feuchten und schlüpfrigen Zuckerschleim. Und dieses Eiweißgerüst ist letztlich dafür verantwortlich, dass der Schneckenschleim allein mit Wasser und Seife nur schwer abgewaschen werden kann.

Autor/in:

Thomas Liesen

Redaktion:

Martin Gent

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