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In Handwerksbetrieben wie Schreinereien, KFZ-Werkstätten oder Malerbetrieben gibt es einen Meister. Und der ist durch seinen Meistertitel berechtigt, Auszubildende anzuleiten. In vielen anderen Lehrberufen wie Industriekaufmann bzw. – Kauffrau, bei Verkäuferinnen oder im Hotelgewerbe kann dagegen jeder mit der entsprechenden Berufausbildung Ausbilder werden. Eine solche Prüfung zum Ausbilder ist ein Pluspunkt im Lebenslauf und kann den eigenen Berufshorizont erweitern. Voraussetzung ist, dass – je nach Beruf – eine Ausbildung und zirka drei Jahre Berufserfahrung nachgewiesen werden und die so genannte Ausbildereignungsprüfung erfolgreich abgeschlossen wird.
Die Ausbildereignungsprüfung wird von verschiedenen Organisationen angeboten
Die Industrie- und Handelskammer, aber auch verschiedene Bildungsträger, sogar manche Volkshochschulen, sind befähigt, die Ausbildereignungsprüfung abzunehmen. Diese Organisationen bieten Vorbereitungskurse an. Die Prüfung selbst kostet – je nach Anbieter – 150 bis 200 Euro. Für einen Vorbereitungskurs werden in der Regel rund 400 bis 600 Euro verlangt. Solche Kurse sind meistens am Abend, also berufsbegleitend. Im Schnelldurchlauf von wenigen Tagen oder als Kompaktwoche können sie aber auch absolviert werden. Wer möchte, kann auch ohne Vorbereitungskurs zur Prüfung gehen, sich also selbst Informationen über die Inhalte beschaffen und im Alleingang lernen.
In der Ausbildereignungsprüfung werden vor allem rechtliche und pädagogische Inhalte abgefragt
Die Ausbildereignungsprüfung umfasst eine theoretische Prüfung, die drei Stunden dauert. Anhand von Fallbeispielen aus der Praxis müssen die Kandidaten ihre rechtlichen Kenntnisse anwenden. Es kann um Pausenregelungen bei minderjährigen Azubis gehen, darum, was in einem Ausbildungsvertrag stehen muss oder unter welchen Umständen ein Ausbildungsvertrag gekündigt werden kann und ähnliches mehr. Im praktischen Teil der Prüfung geht es um die direkte Anleitung eines Auszubildenden oder auch um Anleitungen einer ganzen Gruppe von jungen Leuten. Eine solche Unterweisung von Auszubildenden wird in der Prüfung im Rollenspiel dargestellt. Die entsprechenden Vorbereitungskurse vermitteln das Fachwissen und proben diese Anleitungssituationen.
Ein Händchen für junge Menschen haben ist Grundvoraussetzung
Eine solche Zusatzqualifikation verlangt als Grundvoraussetzung, dass der Ausbilder ein Händchen für Jugendliche hat, gerne mit ihnen zu tun hat, genügend Geduld und auch mal ein offenes Ohr für deren Probleme mitbringt. Man sollte also ein persönliches Interesse daran haben, junge Menschen anzuleiten. Manche Azubis müssen erst noch lernen, genau zu arbeiten, pünktlich und zuverlässig zu sein. Wenn das nicht klappt, sollte ein guter Ausbilder auch einen Blick darauf werfen, warum die Ausbildung nicht wie erwartet läuft. Spaß an der persönlichen Entwicklung der jungen Leute und das Interesse am Gelingen der Ausbildung sollten einem guten Ausbilder jedenfalls am Herzen liegen.
Autor/in:
Ingeborg Sahm
Redaktion:
Angelika Böhrke
Literaturangaben
Ausbilden lernen
Von H.Groß,
S. Hüppe Cornelsen Verlag, 1. Aufl., Berlin 2010
ISBN: 978-3-589-23762-3
EUR 19,95
Die Ausbilder-Eignung
Von W. Küper,
A. Mendizabal Verlag Feldhaus, 14. Aufl., Hamburg 2010
ISBN: 978-3882644678
EUR 29.80





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