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Die Zeichnung "Der Mensch" von Leonardo da Vinci auf einem gelben Farbklima (Rechte: WDR)
Sendung vom 24.10.2012, 16:05 bis 17:00 Uhr
Bild: Microsoft Screenshot des "Windows 8 Release Preview"; Rechte: dpa/WDR

 Nur ein neuer Look?

Vor dem Verkaufsstart: Windows 8 - Top oder Flop?

Wer braucht das neue Betriebssystem und wer sollte warten?

Moderation: Martin Winkelheide

Ab Freitag (26.10.2012) ist das neuste Betriebssystem von Microsoft in den Läden erhältlich - Windows 8. Viele Computernutzer fragen sich aber: Brauche ich überhaupt ein neues Betriebssystem? Lohnt der Umstieg? Gibt es überhaupt echte Neuerungen, oder ist es größtenteils nur neues Design, das auf meinem Computermonitor erscheint? Welche Vorzüge und welche Schwächen das neue Windows hat, klären wir im Service Computer mit Michael Stein.

Auf einen Blick

Auf den ersten Blick wirkt das neue Windows 8 sehr modern, frisch und klar strukturiert. Der Start-Bildschirm ist außerdem sehr informativ: Die Programme ("Apps"), die auf dem jeweiligen Computer installiert sind, sind als rechteckige Kachel zu sehen. Ist ein Programm aktiv, kann man es – wenn der Programmierer das vorgesehen hat – mit seinen wichtigsten Daten im Inneren der Kachel sehen ("Live-Kachel"). So zeigt eine Wetter-App das aktuelle Wetter an, eine Video-Kachel zeigt den zuletzt gesehenen Film an. In Form eines digitalen Mosaiks hat man somit den gesamten Computer im Blick. Diese Funktion lässt sich auch abschalten.

Kacheln wischen

Zwischen den Kachelfeldern kann man mit einer Wischgeste wechseln. Ein Tipp oder Klick auf eine der Kacheln startet das jeweilige Programm – auf Wunsch als "Fullscreen"-App, die den gesamten Bildschirm ausfüllt und nicht in einem Fenster läuft. Neue Apps kann man selber innerhalb des Kachelfeldes platzieren. "Metro" ist der Codename der neuen Oberfläche des neuen Windows, die man bereits von Windows-Smartphones her kennt. Mit dem Marktstart von Windows 8 nennt Microsoft die Oberfläche nun allerdings "Modern UI".

Das neue Bedienkonzept ist aber zum Teil recht gewöhnungsbedürftig. Ziel war es, den Bildschirm immer so leer wie möglich zu gestalten. Das kann aber auch lästig sein: Oft sucht man nach den Funktionen, die aber erst auftauchen, wenn man eine bestimmte Wischgeste ausgeführt oder per Maus in eine bestimmte Ecke geklickt hat.
Windows 8 wird auf Tablets, Notebooks und Desktop-PCs zum Einsatz kommen. Die "Gesten", die man für die Bedienung benutzt (wischen, antippen), lassen sich entweder mit dem Finger, einem Stift, einem Touchpad oder einer Touch-fähigen Maus ausführen. Mittlerweile sind auch berührungsempfindliche Monitore zu haben, die man einfach an seinen PC anschließen kann.

In Arbeit

Nicht alle Arbeiten am Computer lassen sich über Wischgesten und Kacheln steuern. So sehen einige Bildschirm-Menüs zum Einstellen von Windows in der neuen Version denn auch fast so aus wie vorher. Vieles, was man aus den Vorgänger-Versionen kannte, findet sich in Windows 8 an anderer Stelle wieder. Das Startmenü ist verschwunden, die Funktionen sind zum Teil übers System verteilt. Auch die Wischgesten muss man zum Teil erst lernen. Und in einigen Apps weiß man nicht so recht, wohin man nun genau tippen muss, um das Gewünschte zu erreichen. So wirkt das neue Windows 8 insgesamt noch nicht richtig fertig und noch nicht wie aus einem Guss.

Apps einkaufen

Einige Programme liefert Microsoft direkt mit dem Betriebssystem mit – darunter die Metro-Version des Internet-Explorers, ein Programm zum Abspielen von Musik, eins für Videos und einen "Store": In diesem virtuellen Laden kann man zusätzliche Apps bekommen und ausprobieren. Nötig hierfür ist eine Windows-ID (eine Art Benutzerkonto), die man spätestens dafür anlegen muss.

Aufstieg möglich

Das neue Windows 8 ist ab Freitag, den 26. Oktober 2012, zu haben. Man kann es im Einzelhandel kaufen oder direkt von Microsoft beziehen. Bis Ende Januar 2013 kann man von Vorgänger-Versionen (XP, Vista, 7) upgraden, indem man sich die neue Version von der Microsoft-Website herunterlädt. 30 Euro soll dieses Angebot kosten. Wer seit dem 2. Juni 2012 einen PC mit Windows 7 gekauft hat, der muss für das Upgrade sogar nur 15 Euro bezahlen.
Zwei Versionen gibt es: Das "normale" Windows 8 und Windows 8 Pro. Zusätzlich existiert noch eine Version für Tablets (Windows RT), die direkt mit dem jeweiligen Tablet geliefert wird. Man sollte sich vorher genau informieren, welche Vorgänger-Version man hat und auf welche von Windows 8 man wechseln will. So kann man z. B. auf die "normale" Version nur von Windows 7 Starter und Home Premium wechseln. Und wer eine 32-Bit-Version von Windows verwendet, kann auch nur auf eine 32-Bit-Version upgraden.

Fenster auf

Ob man einen gut funktionierenden Windows-7-PC unbedingt mit der neuen Version ausstatten muss, das sollte jeder für sich entscheiden – unbedingt nötig ist es in den ersten Monaten sicher nicht. In den meisten Fällen dürfte man im nächsten Jahr zum Windows 8-Nutzer wohl eher durch den Kauf eines dann neuen Tablet-PC oder Notebook- oder Desktop-PC werden. Ein Windows-XP-PC dürfte in den meisten Fällen wohl zu wenig Leistung haben, um in Zukunft als Windows 8-Rechner genutzt zu werden.
Offiziell gibt Microsoft die Mindest-Systemvoraussetzungen mit 1 GHZ Taktfrequenz und 1 GB Hauptspeicher an. Ein so ausgestatteter Alt-PC dürfte aber wohl ziemliche Mühe mit Windows 8 haben.

Autor/in:

Gespräch mit Michael Stein; Wissenschaftsjournalist

Redaktion:

Jan Friese

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Vor dem Verkaufsstart: Windows 8 - Top oder Flop? [Leonardo, 24.10.2012]

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