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Die Zeichnung "Der Mensch" von Leonardo da Vinci auf einem gelben Farbklima (Rechte: WDR)
Sendung vom 24.05.2012, 16:05 bis 17:00 Uhr
Bild: Der Touchscreen eines iPhones mit Apps auf dem Display; Rechte: WDR/Mauritius Images

 Ausspähen von Daten

Schnüffel-Funktionen und Apps im Smartphone

Moderation: Marija Bakker

Wir schützen unsere Haustüren mit aufwändigen Schlössern und sichern unsere Computer mit Firewalls und Anti-Viren-Software. Aber es gibt noch eine Schwachstelle, durch die sich Eindringlinge Zugang zu unserem Besitz verschaffen können: das Smartphone. Immer öfter werden Apps und Funktionen entdeckt, die private Daten ausspähen und sie per Internet an Unbekannte weitergeben. Kann man sich gegen solche Schnüffel-Apps wehren – und wenn ja: wie?

Reale Gefahr

Apps (Kurzform für „Applications“ – Anwendungen, Programme) entscheiden mittlerweile über Erfolg oder Misserfolg einer Smartphone-Plattform. Über 500.000 Apps gibt es für iOS-Geräte (iPhone, iPad, iPod touch), knapp 400.000 sind es für Android-Geräte. Man kann davon ausgehen, dass die meisten Apps harmlos sind. Trotzdem verbergen sich in der Fülle der Apps immer wieder solche Programme, die ihren Benutzer nach allen Regeln der Kunst ausspionieren und die Daten an Dritte weiterreichen. Wie viele Apps gefährlich sind, lässt sich nicht sagen. Denn: Wird ein Programm beim illegalen Schnüffeln erwischt, gibt es meistens Ärger.

Heimliche Späher

Man kann die schnüffelnden Apps grob in zwei Gruppen einteilen: Die Apps der ersten Gruppe wurden in erster Linie dazu programmiert, an fremde Daten heranzukommen. Die Funktion (z. B. ein Spiel oder eine Funktion, die das Smartphone normalerweise nicht hat) dient lediglich dazu, die Nutzer anzulocken. Dieses Vorgehen kommt zum Glück nur selten vor. Die zweite Gruppe sind solche Apps, die gut funktionieren und das tun, wofür man sie installiert hat. Ungefragt machen sie sich dann aber über den Speicher her und lesen z. B. das Adressbuch aus, senden Geräte- und Telefonnummer an den Hersteller der App oder versuchen, den aktuellen Standort zu ermitteln und weiterzugeben.

Forderung nach Offenheit

Es kann durchaus Fälle geben, in denen es berechtigt ist, dass der App-Hersteller Daten des Nutzers bekommt. Beispiel: Eine Telefonbuch-App will die GPS-Position wissen, um Restaurants in der Umgebung anzuzeigen. Eine App hingegen, die das Foto-Licht einschaltet, um es als Taschenlampe nutzen zu können, muss nicht die Geräte-Nummer und E-Mail-Adresse des Besitzers kennen. Die ganz klare Forderung heißt also: Die Hersteller müssen den Nutzer vorher fragen, welche Daten er freigeben will und welche nicht. Seriöse App-Hersteller tun genau das. Weil aber nicht alle ehrlich sind, muss der Betriebssystem-Hersteller es unmöglich machen, dass eine App heimlich auf Daten zugreifen kann, ohne den Besitzer zu fragen. Und: Die Betreiber der App-Stores müssen die Apps besser prüfen, bevor sie für den Download freigegeben werden. Die Betreiber der großen App-Stores haben genau das kürzlich vereinbart.

Schutz ist schwer

Als Benutzer eines Smartphones kann man nur relativ wenig dagegen machen, wenn eine installierte App Daten ausspäht und weitergibt. Einige Tipps gibt es aber trotzdem:

•    Sensible oder geheime Daten gehören nicht aufs Smartphone! Auch auf eine evtl. eingesetzte Speicherkarte kann eine App zugreifen.

•    Apps nur in offiziellen App-Stores der Hersteller kaufen und dort herunterladen.

•    Nicht blind jede App herunterladen. Am besten ist es, wenn man sich vorher im Internet informiert, ob eine App schon als Schnüffler aufgefallen ist und welche Erfahrungen andere damit gemacht haben.

•    Das Adressbuch grundsätzlich nicht freigeben! Durch die Weitergabe von Adressdaten gelangen so auch Daten von Menschen in fremde Hände, die davon überhaupt nichts ahnen. Facebook etwa nutzt solche Daten zum Anlegen von Profilen über Menschen, die gar keine Facebook-Nutzer sind.

•    Apps nicht mit sozialen Netzwerken „verbinden“.

•    Die Ortungsfunktion nur einschalten, wenn man sie braucht. Sonst immer ausgeschaltet lassen!

Autor/in:

Michael Stein

Redaktion:

Jan Friese

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