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Die Kleine Anfrage: Wird es tatsächlich kühler, wenn ein Ventilator läuft?
Moderation: Marija Bakker
Die Beobachtung ist alltäglich: Wer an heißen Sommertagen in den Luftstrom eines Ventilators gerät, fühlte eine angenehme Kühle auf seiner Haut, obwohl die tatsächliche Lufttemperatur unverändert hoch ist. Ein Phänomen, das es auch im Winter gibt: Sobald Wind weht, sinkt die gefühlte Temperatur kräftig. Windchill heißt das Phänomen, für das zwei Faktoren verantwortlich sind.
Unser Körper erwärmt die Luft unmittelbar über der Haut und bildet so einen thermischen Isolator. Weht nun Wind, gleichgültig ob im Sommer ein Ventilator oder im Winter ein scharfer Nord-Ost, wird diese isolierende, warme Luftschicht ständig weggeblasen. Kalte Luft fließt nach, die dann von der Haut wieder erwärmt werden muss und so weiter. Gleichzeitig setzt abhängig - von der Luftfeuchtigkeit - ein Verdunstungsprozess über die Haut ein. Je mehr Luftfeuchte verdunstet, desto mehr Energie wird dem Körper entzogen, desto tiefer ist die gefühlte Temperatur.
Je höher die Luftfeuchtigkeit und je stärker die Windgeschwindigkeit, desto tiefer ist also die gefühlte Temperatur. Das funktioniert allerdings nicht nach der Formel: doppelte Windgeschwindigkeit gleich doppelt so kalt. Der größte Effekt stellt sich bei mittleren Windstärken ein. Aus diesem Grund macht es auch im Sommer keinen Sinn, den Ventilator auf die höchste Stufe zu stellen.
Im Winter ist aber schon wichtig, die Windgeschwindigkeit und damit die gefühlte Temperatur zu kennen – jedes Grad Celsius kann dramatische Auswirkungen haben. Wenn draußen minus 20 Grad Celsius herrschen, sind es bei einer Windgeschwindigkeit von 40 Kilometern pro Stunde schon minus 34 Grad – und da besteht akute Erfrierungsgefahr.
Autor/in:
Mirko Smiljanic
Redaktion:
Martin Gent





![Bild: Pfanne mit Atom; Rechte: interfoto/mauritius images/WDR[m]](/fileadmin/user_upload/Sendungen/Leonardo/2012/Kuechenexperimente/Foto/KETeaserLogo_160x70.jpg)







