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Alle Telefonratgeber predigen es immer wieder: Lächeln Sie beim Sprechen! Das weckt Sympathie beim Gesprächspartner. Aber wie kommt das Lächeln in die Stimme, und genügt es wirklich, die Mundwinkel nach oben zu ziehen?
Die Stimme ist Abbild der Seele
Unsere Stimme ist ein komplexes Klanggebilde und unsere Gefühle - Wut, Trauer, Freude – sorgen für die entsprechende Färbung. Das Ohr des Hörers kann diese emotionalen Botschaften enträtseln.
Der Resonanzraum macht den Ton
Ähnlich wie bei einem Blasinstrument wird der Klang von der Form und der Länge des Ansatzrohres festgelegt. Bei der Stimme liegen zwischen der Tonerzeugung im Kehlkopf und den Lippen etwa 15 Zentimeter bei Frauen und 19,5 Zentimetern bei Männern. Mit Zunge, Mundraum und Lippen formen wir die verschiedensten Vokale und Konsonanten. Beim O, einem dunklen Vokal, stülpen wir die Lippen zudem nach vorne, damit verlängern wir das Ansatzrohr - der Ton klingt tiefer.
Beim Lächeln wird die Stimme heller
Beim Lächeln dagegen spreizen wir die Lippen, das Ansatzrohr wird kürzer, das Frequenzspektrum der Stimme insgesamt höher. Dieser hellere Klang wird als freundlich empfunden. Beim wirklich fröhlichen Menschen kommen aber noch andere Eigenheiten des Sprechens dazu: Die Variationsbreite der Grundfrequenz wird größer, die Intonation lebendiger, das Timbre ändert sich.
Falsches Lächeln wirkt oft auch so
Auch traurige Menschen haben eine charakteristische Sprechweise: Die Satzmelodie ist monotoner, die Stimme „knarrt“, die Art der Betonung verflacht. Ziehen wir zu diesem traurigen Klangbild die Mundwinkel einfach nach oben, hört man diese Diskrepanz. Ein übertriebenes künstliches Lächeln, das nicht zu einer inneren Freude passt, wirkt deshalb oft falsch.
Autor/in:
Gerhard Richter
Redaktion:
Martin Gent





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