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Die Zeichnung "Der Mensch" von Leonardo da Vinci auf einem gelben Farbklima (Rechte: WDR)
Sendung vom 23.11.2011, 16:05 bis 17:00 Uhr
Bild: Junge Frau genervt am Handy; Rechte: WDR_mauritius

 Schlechte Verbindung?

Service Computer: Warum ist mein Handy-Empfang so schlecht?

Moderation: Franz-Josef Hansel

Handys und Smartphones können immer mehr: Sie schießen bessere Fotos, bieten schnelleres Internet und erreichen längere Akkulaufzeiten. Die Sprach- und Tonqualität aber ist in manchen Teilen eher schlechter geworden und nicht selten reißt ein Gespräch sogar plötzlich ab. Wo liegen die Gründe?

Überfüllung

Es ist ganz schön voll geworden in den Mobilfunknetzen. Immer mehr Menschen schaffen sich ein Smartphone an und erledigen das, wofür man noch vor ein paar Jahren ein Handy und einen Computer genutzt hat, mobil mit ihrem intelligenten Telefon. Mit anderen Worten: Es befinden sich immer mehr Mobiltelefone gleichzeitig innerhalb einer Funkzelle, die dann auch noch immer mehr Daten senden und empfangen müssen. Eine Funkzelle ist ein Bereich rund um eine Sende-/ Empfangsanlage des Netzbetreibers. – Je nach Netz und Umgebungsbedingungen kann so eine Zelle zwischen 10 und ca. 30 Kilometer groß sein.

Alles nur Einzelfälle

Betroffen sind alle Mobilfunknetze, überall steigt die Auslastung rasant. Schwierigkeiten haben derzeit häufig Nutzer des E-Plus- und O2-Netzes. Das gilt auch für Kunden von Anbietern, die die Netze von E-Plus oder O2 mitnutzen. Probleme gibt es dabei vor allem in einigen großen Städten und immer da, wo besonders viele Mobiltelefone gleichzeitig genutzt werden. Dort stoßen die Netzkapazitäten an ihre Grenzen und es kann passieren, dass ein Gespräch abreißt oder man seinen Gesprächspartner nur schlecht verstehen kann. So hat sich etwa ein Nutzer, nachdem er immer wieder Probleme hatte, an seinen Netzbetreiber gewandt, der sprach allerdings von einem "Einzelfall". In einem Internet-Blog rief der Nutzer daraufhin dazu auf, sich zu melden, wenn ähnliche Probleme beobachtet werden. Über 6.000 "Einzelfälle" kamen dabei zusammen. Der Netzbetreiber musste schließlich zugeben, dass es in der Tat Engpässe gibt. Zukünftig soll das Netz deshalb weiter ausgebaut und die Kapazitäten massiv erhöht werden.

Wie bitte?

Aber nicht nur das Netz kann Schuld sein, wenn ein Telefongespräch per Handy zum Geduldsspiel wird. Da die Hersteller immer mehr Funktionen in ihre Geräte integrieren, bleibt immer weniger Platz und Geld für die Qualität von Mikrofon und Lautsprecher übrig. Wem es also vor allem auf eine gute Tonqualität ankommt, der sollte die Anschaffung eines Gerätes erwägen, mit dem man "nur" telefonieren kann. In immer mehr Tests von Fachzeitschriften spielt auch wieder die Gesprächsqualität eine Rolle. Vor der Anschaffung sollte man sich hier genau informieren.

Strichcodes

Die Empfangsanzeige eines Smartphones ist übrigens kein sicheres Indiz dafür, wie gut die zu erwartende Gesprächsqualität tatsächlich ist. Die Balken-Anzeige wird softwaremäßig erzeugt und spiegelt lediglich die Signalstärke wider, mit der die Verbindung zwischen dem nächsten Mobilfunk-Mast und dem Telefon besteht. Auch mit einer 100%-Anzeige kann ein Gespräch also trotzdem knacken, rauschen oder im schlimmsten Fall sogar abreißen. Es bringt auch nur bedingt etwas, bei derartigen Problemen innerhalb des Netzes den Standort zu wechseln, indem man zum Beispiel ans Fenster geht. Eine solche Maßnahme schafft nur Abhilfe, wenn die Störungen durch dicke Betonmauern oder eine ungünstige Architektur verursacht wurde.

Scheidung?

In den meisten Fällen hat man kaum eine Möglichkeit, aus einem bestehenden Vertrag heraus zu kommen, wenn man mit der Netzqualität unzufrieden ist. Die Netzbetreiber reden sich damit heraus, es handele sich um Einzelfälle oder nur vorübergehende Störungen. Da man beim Abschluss eines Mobilfunkvertrages im Kleingedruckten in aller Regel zur Kenntnis genommen hat, dass vorübergehende Störungen keine Kündigung rechtfertigen, hat man schlechte Karten. Da hilft es nur, zukünftig keine langfristigen Verträge mehr einzugehen, auf Prepaid-Anbieter auszuweichen oder einen Vertrag abzuschließen, bei dem es keine Grundgebühr gibt. Nutzt man die SIM-Karte bis zum Auslaufen des Vertrages dann einfach nicht mehr, fallen auch keine Kosten mehr an.

Land in Sicht?

Langfristig dürfte sich die Situation aber insgesamt verbessern, da alle Netzbetreiber erkannt haben, dass die Kapazitäten ausgebaut werden müssen. Nicht nur Smartphones sondern auch immer mehr Tablets und Notebooks drängen in die Netze – ohne weitere Investitionen werden die Betreiber da nicht auskommen.

Autor/in:

Livegespräch mit Michael Stein, Fachjournalist

Redaktion:

JanFriese

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