s
Service Gesundheit: Wenn es krabbelt und juckt auf dem Kopf
Welche Mittel helfen gegen Läuse?
Moderation: Marlis Schaum
Spätestens, wenn der Nachwuchs in den Kindergarten geht, fragen sich die meisten Eltern irgendwann einmal: Was soll ich tun, wenn das Kind mit Kopfläusen nach Hause kommt? Es gibt Shampoos und Hausmittel, Empfehlungen und Medikamente. Aber nicht alle wirken.
Woher kommen die Läuse?
Läuse können nicht fliegen, aber sie krabbeln geschickt von Kopf zu Kopf – etwa vom Kopf eines Sitznachbars in der Schule auf den Kopf des eigenen Kindes.
Was tun gegen die Läuse?
Das Wichtigste ist, die Läuse und ihre Nissen (Läuse-Eier) vom Kopf zu entfernen. Nur selten verirrt sich eine Laus in die Mütze, auf das Kopfkissen, das Kuscheltier oder die Kopfstütze im Auto. Spätestens nach drei Tagen ohne Blut stirbt eine Laus. Wer sicher sein will, kann Bettwäsche, Handtücher und Kleidung bei mindestens 60 Grad Celsius waschen oder drei Tage in einem Plastikbeutel lassen. Kämme oder Bürsten sollten in heißem Seifenwasser gereinigt werden. In erster Linie aber muss der Kopf untersucht und von Läusen befreit werden.
Haare waschen macht saubere Läuse
Es nützt nichts, einfach nur die Haare zu waschen. Läuse überstehen das nämlich ohne Probleme. Läusebefall hat demzufolge auch nichts mit mangelnder Körperhygiene zu tun.
Meldepflichten und Atteste
LeiterInnen von Kindergärten, Schulen oder Ferienlagern müssen einen Kopflausbefall in ihrer Einrichtung dem zuständigen Gesundheitsamt melden. In der Regel kann ein Kind ohne Attest in die Einrichtung zurückkehren, wenn durch eine gründliche Behandlung alle Läuse entfernt wurden.
Wie behandele ich die Haare?
Es gibt Mittel, die Insektizide enthalten, Mittel auf pflanzlicher Basis und Mittel, die keine Insektizide enthalten, sondern Dimeticon, einen Kunststoff. Egal, welches Mittel angewendet wird – es müssen immer auch die Haare mit einem speziellen Läusekamm ausgekämmt werden. Da es schwierig ist, alle Nissen zu finden, sollte das Auskämmen über zwei Wochen hinweg ca. alle vier Tage wiederholt werden!
Präparate mit Insektiziden
Diese Shampoos oder Sprays können die Haut reizen und sollten nicht verschluckt werden. Manche Läuse sind resistent gegen Mittel auf Insektizidbasis, schaden Läusen also nicht. Präparate gegen Kopfläuse, die den Wirkstoff Lindan enthalten, dürfen seit 2008 nicht mehr in Europa verkauft werden. Seit 2012 ist in Deutschland erneut ein Shampoo mit dem Wirkstoff Malathion erhältlich. Es muss vom Arzt verschrieben werden. Die unabhängige Zeitschrift arznei-telegramm rät von diesem Mittel ab, da kaum Erfahrungen aus Studien über Wirkung und Nebenwirkungen vorliegen.
Präparate auf pflanzlicher Basis
Einige Mittel enthalten Kokosnussöl als Wirkstoff. Ob diese Mittel wirken, ist schwer zu sagen. Es fehlen aussagekräftigen Studien.
Präparate mit Dimeticon
Diemeticon ist eine Flüssigkeit mit Silikon, einem Kunststoff. Wahrscheinlich erstickt es die Läuse und Nissen, daher können die Plagegeister dagegen nicht unempfindlich werden. Die Flüssigkeit wird nicht von der Haut aufgenommen, so dass es seltener die Haut reizt, als Präparate auf Insektizidbasis.
Fön, Mayonnaise und andere Hausmittel
Weder das heiße Fönen der Haare, noch ein Gang in die Sauna oder Mayonnaise im Haar beseitigen Läuse. Durch das Fönen kann es zu Verbrennungen der Kopfhaut kommen. Bisher gibt es keine aussagekräftigen Belege dafür, dass elektrische Läusekämme wirken. Gleiches gilt für Teebaumöl.
Literaturtipp: arznei-telegramm zu Präparat mit dem Wirkstoff Malathion: arznei-telegramm 2012, Jg.43, Nr.8, Seite 65-66.
Autor/in:
Studiogespräch mit Christina Sartori; Wissenschaftsjournalistin
Redaktion:
Monika Kunze




Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
![Bild: Pfanne mit Atom; Rechte: interfoto/mauritius images/WDR[m]](/fileadmin/user_upload/Sendungen/Leonardo/2012/Kuechenexperimente/Foto/KETeaserLogo_160x70.jpg)







