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Die neuen Studiengänge Bachelor und Master sollen nicht nur das Studium schneller machen, sondern auch die Lehre reformieren. Und das heißt: Die Professoren und Dozenten sollen stärker als bisher auf die Bedürfnisse ihrer Studenten eingehen. Dass das nicht immer gelingt, ist bekannt. Das viel größere Problem ist aber: Wenn Studenten unzufrieden sind, haben sie kaum eine Chance, ihre Professorinnen und Professoren mit ihrer Kritik zu konfrontieren. Die Universität Bochum will das ändern und hat Studenten gebeten, einen Leitfaden für gute Lehre zu erarbeiten.
Wie kam das Projekt zustande?
Organisiert wurde das Projekt von der Abteilung "Interne Fortbildung und Beratung" der Ruhr-Universität Bochum, die mit Hilfe dieser Abteilung neue Qualitätsstandards in der Lehre setzen will. Die Fachabteilung bietet zum Beispiel Weiterbildungs- und Coachingangebote für Dozenten und Professoren an. Mit dem Projekt "Gut gelernt – gut gelehrt" will die Universität den Austausch zwischen Dozenten und Studenten stärken und neue Akzente in der Hochschullehre setzen, die auf den Ideen der Studenten beruhen.
Wie können sich die Studenten einmischen?
Schon im vergangenen Sommersemester hat die Universität 12 studentische Berater aus ganz unterschiedlichen Fachrichtungen ausgewählt, die als Experten in Lehrfragen gesehen werden. In Workshops haben diese jungen Leute ihre Ideen und Kritikpunkte zusammengetragen, sie in einer Tagung den Dozenten und Professoren vorgetragen. Nun liegt es an der Universität, die Ideen umzusetzen.
Welche Ideen sind zusammen gekommen?
Die studentischen Lernexperten haben ganz unterschiedliche Punkte zusammengetragen. Zum Beispiel wünschen sie sich eine bessere Lernatmosphäre an der Uni – mit Ruhezonen, Grünanlagen und einer schönen Raumgestaltung! Weitere Vorschläge beziehen sich auf die Rolle der Dozenten. Die Studenten möchten etwa, dass sich die Professoren verständlich ausdrücken, Medien sinnvoll einsetzen und mehr Kompetenzen entwickeln, was die Beratung der Studenten angeht.
Wie reagiert die Universität auf die Vorschläge der Studenten?
Die Ergebnisse ihrer Arbeit haben die Studenten den Dozenten und Professoren präsentiert. Erste Schritte zur Veränderung sind schon in Planung, eine neue Fortbildungsreihe, die auf den Vorschlägen der Studenten basiert. Die Hochschulleitung hat versprochen, noch weitere Maßnahmen umzusetzen, etwa was die Raumausstattung betrifft.
Wie geht das Projekt weiter?
Offiziell ist das Projekt vorläufig beendet – doch die Studenten haben versprochen, sich noch weiter zu engagieren. Einige haben zum Beispiel Patenschaften für die von ihnen ausgearbeiteten Maßnahmen übernommen. Das heißt: Sie wollen darauf achten, dass die Ergebnisse nicht in einer Schublade vermodern, sondern wirklich ernst genommen werden.
Gibt es das Projekt auch an anderen Hochschulen?
Bislang gibt es die Lernexperten nur in Bochum. Aber das Thema Lehre gewinnt in der öffentlichen Wahrnehmung an Bedeutung. Das zeigt auch die Exzellenzinitiative für die Lehre, die vom Stifterverband der deutschen Wissenschaft ausgerufen wurde und bei der sechs Universitäten und vier Fachhochschulen je rund eine Million Euro für die nächsten drei Jahre bekommen, um neue Konzepte für die Lehre auszuarbeiten. Und auch bei der Fertigstellung dieser Konzepte haben viele Hochschulen die Expertise ihrer Studenten berücksichtigt.
Autor/in:
Britta Mersch
Redaktion:
Angelika Böhrke









