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Die Zeichnung "Der Mensch" von Leonardo da Vinci auf einem gelben Farbklima (Rechte: WDR)
Sendung vom 22.02.2010, 16:05 bis 17:00 Uhr
Bild: Eine junge Frau tastet Fußknöchel eines am Boden sitzen Badmintonspielers ab; Rechte: mauritius images

 Wann ist ein Arztbesuch angesagt?

Service Gesundheit: Sportverletzungen

Moderation: Franz-Josef Hansel

Sport ist Mord, sagen diejenigen, deren sportlichste Höchstleistung das Jäten des Unkrauts im Garten ist. Sport ist tatsächlich gefährlich: Man kann sich Gelenke verstauchen, Muskeln verzerren, bunt schillernde Blutergüsse beobachten oder sogar Knochen brechen. Die meisten Sportler kennen ihren Körper recht gut und gehen nicht wegen jeder kleinen Verletzung zum Arzt. Doch manchmal ist es tatsächlich besser, auch scheinbar harmlose Verletzungen dem Arzt zu zeigen. Leonardo klärt darüber auf, wie man welche Verletzung selbst behandeln kann und wann man dennoch zum Doktor humpeln sollte.

Bewegungseinschränkung?

Das erste wichtige Kriterium: Kann man das Gelenk nach einer Verletzung überhaupt noch bewegen? Ist man im Fußgelenk umgeknickt und kann überhaupt nicht mehr ohne Schmerzen auftreten, sollte man auf jeden Fall zum Arzt gehen. Dasselbe gilt für das Handgelenk, wenn es bei einem Sturz oder Zusammenprall umgeschlagen ist und sich ohne Schmerzen nicht mehr bewegen lässt. Sind diese Gelenke nach der Verletzung hingegen noch funktionsfähig, kann man ruhig zwei bis drei Tage abwarten.

Wie sollte behandelt werden?

Die ersten 20 Minuten nach dem Umknicken sollte das Gelenk mit Eis gekühlt werden. Dadurch ziehen sich die Blutgefäße zusammen, was die entstehende Schwellung mindern kann. Danach sollte nur noch mäßig gekühlt werden, also nicht mehr mit Eis, sondern mit Gegenständen aus dem Kühlschrank. Günstig ist es auch, den Fuß hoch zu legen und sich auszuruhen. Eine elastische Binde wirkt komprimierend und verhindert eine größere Schwellung. Wenn es nach zwei bis drei Tagen allerdings nicht besser wird, sollte man auf jeden Fall zum Arzt gehen. Schließlich handelt es sich eventuell um einen Sehnenanriss, oder gar den Abriss einer Sehne. Ein Laie kann das kaum unterscheiden.

Kapsel- und Bänderriss

Beim Umknicken reißt in der Regel zunächst die Kapsel, die über den Bändern liegt. Dadurch kommt es auch zu Einblutungen und zu Schwellungen. Ob ein Band gerissen ist oder nur die Kapsel, kann nur ein Arzt unterscheiden. Die Behandlung jedoch ist dieselbe.

Wenn man nach der Verletzung jedoch immer wieder umknickt, also gar keinen Halt auf diesem Gelenk mehr hat, dann sind möglicherweise zwei oder drei Bänder gerissen. Das ist sicherlich ein operationswürdiger Zustand, das merkt man in der Regel aber auch. Beim Verdacht auf einen Bänderriss sollte man auf jeden Fall zum Arzt gehen: Der wird das Gelenk fest bandagieren und für mehrere Wochen zur Schonung raten.

Blaue Flecken sind aber harmlos, oder?

Das kommt auf die Größe der Schwellung an. Handelt es sich um einen flachen Bluterguss ohne erkennbare Schwellung und ohne dass der Muskel beeinträchtig wird, kann man in der Regel auf einen Arztbesuch verzichten. Ist die Blutbeule hühnereigroß, sollte das Blut durch einen Arzt entfernt werden. Denn große Mengen Blut, die ins Gewebe einfließen, können vom Körper schlecht abgebaut werden und verkalken. Dadurch funktioniert der Muskel schlechter. In einem frühen Stadium können diese Stellen punktiert werden. Dadurch fließt das Blut ab und die Funktion des Muskels wird wieder besser.

Wie gehe ich mit einer Zerrung um?

Eine einfache Zerrung kann sich schnell zu einem Faserriss entwickeln. Man unterscheidet erst- und zweitgradige Zerrungen und erst- und zweitgradige Faserrisse. Eine Zerrung kann sich jedoch schnell zu einem Faserriss entwickeln, wenn der Muskel weiter belastet wird. Das weitere Training verhindert nämlich, dass sich die gezerrten oder gerissenen Fasern des Muskels wieder verbinden. Zerrungen sind eher ernst zu nehmen als Prellungen oder Verstauchungen.  Sport ist nicht generell unmöglich, wenn ein Muskel gezerrt ist oder Fasern gerissen sind. Man kann dennoch weiter trainieren, aber nicht mehr so intensiv. Oder man macht eine andere Sportart, um fit zu bleiben. Wer sich beim Laufen gezerrt hat, kann vielleicht für einige Zeit Radfahren oder Schwimmen, ohne die gezerrten Muskeln zu sehr zu belasten.

Eine Pause ist bei allen Verletzungen wichtig

Die verletzten Stellen sollen geschont werden. Und zwar für eine länger Zeit. Ob Kapselverletzung, Verstauchung, Muskelfaserriss oder Zerrung: Sechs Wochen Schonung sind die goldene Regel.

Autor/in:

Marcus Schwandner

Redaktion:

Christina Sartori

Mehr Informationen zu diesem Thema

Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention e.V.
(Deutscher Sportärztebund) e.V.
Geschäftsstelle, Frau Anne Engel
Klinik Rotes Kreuz
Königswarter Str. 16
60316 Frankfurt/ Main
Tel.: 069-4071-412
Fax: 069-4071-859
Email: dgsp@dgsp.de

 

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