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Service Gesundheit: Beschneidung
Medizinische Indikationen und Verfahren
Moderation: Franz-Josef Hansel
Am kommenden Donnerstag wird sich der Ethik-Rat der Bundesregierung zum Thema Beschneidung äußern. Ein Gerichtsurteil, das die Beschneidung von Jungen aus religiösen Gründen für Unrecht hält, hat eine breite Diskussion in Gang gesetzt. Doch auch jenseits religiöser Rituale gibt es manchmal medizinische Gründe dafür, die Vorhaut zu behandeln oder zu entfernen.
Das Problem
Wenn die Öffnung der Vorhaut so klein ist, dass sie sich nicht über den Penis zurückziehen lässt, kann das unangenehme Folgen haben:
- Probleme, Schmerzen bei der Erektion
- Probleme beim Wasserlassen
- Entzündungen der Vorhaut und der Eichel
Behandlung mit Salbe
Gerade bei Kindern reicht oft die Behandlung mit einer kortisonhaltigen Salbe: Mit dieser wird die Penisspitze mehrere Wochen lang täglich eingecremt. Falls das nicht hilft, muss operiert werden.
Die Operation
Es gibt mehrere Möglichkeiten: Die Vorhaut kann teilweise oder vollständig entfernt werden. Es ist auch möglich, die Vorhaut operativ zu weiten, allerdings kann es dann später wieder zu einer Verengung kommen, die eine erneute Operation notwendig macht. Die Operation sollte mit örtlicher Betäubung oder Narkose durchgeführt werden, manchmal kommt es zu leichten Komplikationen (Schwellung, Bluterguss, Schmerzen, Entzündung). In Einzelfällen kam es in der Vergangenheit zu schweren Komplikationen, meist durch unfachmännische Eingriffe.
Nach der Operation
In den ersten Tagen nach der Operation sollte der Patient sich schonen. Meist sind die Schmerzen erträglich, sonst können Schmerzmittel helfen. Nach zwei Wochen ist die Wunde in der Regel vollständig verheilt. Manchmal treten anfangs Gefühlsstörungen in der Eichel auf, die aber mit der Zeit verschwinden.
Wann muss behandelt werden?
Bei den meisten Jungen sind Eichel und Vorhaut bis zum dritten Lebensjahr miteinander verklebt. Eltern sollten auf keinen Fall versuchen, diese Verklebung zu lösen und die Vorhaut zurück zu ziehen – dabei kann die Vorhaut verletzt werden.
Bei einigen Jungen besteht diese Verklebung auch noch im höheren Alter, selten noch zu Beginn der Pubertät. Eltern sollten mit Ihrem Kinderarzt sprechen, wenn Probleme beim Urinieren auftreten, oder wenn es zu Entzündungen der Eichel oder der Harnröhre kommt. Vor dem dritten Lebensjahr wird nur in besonderen Fällen operiert; viele Ärzte raten, sobald Probleme auftreten und vor dem Schulalter, spätestens aber vor der Pubertät zu behandeln.
Vorteile einer Vorhaut-Entfernung
Eine Beschneidung ändert nichts an der Stärke einer Erektion oder der Fähigkeit zur Erektion. Ohne Vorhaut ist es etwas einfacher den Penis zu reinigen. Studien zeigen, dass beschnittene Männer sich etwas seltener mit HIV infizieren, als unbeschnittene. Allerdings verringert eine Beschneidung nur das Risiko sich anzustecken, sie schützt nicht sicher vor einer Infektion. Auch beschnittene Männer müssen ein Kondom benutzen, um sich sicher vor HIV und anderen Geschlechtskrankheiten zu schützen.
Ob sich die Empfindsamkeit der Eichel durch eine Beschneidung verringert, ist ungeklärt, da es keine aussagekräftigen Studien dazu gibt. Fakt ist, dass ohne den Schutz der Vorhaut die Haut der Eichel ungeschützter ist und etwas dicker wird.
Autor/in:
Gespräch mit Christina Sartori; Fachjournalistin
Redaktion:
Monika Kunze




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