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Ob Geheimratsecken, Tonsur oder Haarkranz – viele Männer leiden unter Haarausfall. Bei manchen geht es mit 30 los, bei anderen erst mit 50. Im Alter von 80 Jahren leiden dann schon rund 80 Prozent aller Männer an Haarausfall. Und oft kratzt die schwindende Haarpracht auch noch am männlichen Stolz. Ein Leonardo-Hörer aus Gladbeck ist etwas aufgefallen, das er nicht erklären kann. Er fragt sich: Warum verliere ich am Kopf fast alle Haare, nicht aber am Körper? Und auch eine Hörerin sorgt sich um die männliche Haarpracht: Warum wachsen Barthaare ein Leben lang - die Haare auf dem Kopf aber nicht? Die Kleine Anfrage geht dem haarigen Mysterium auf den Grund.
Es ist schon verzwickt: Während den meisten Männern im Alter die Haare auf dem Kopf langsam ausgehen, sprießen Brust- und Barthaare ungehemmt weiter. Oben Geheimratsecken, weiter unten lästige Haarpracht. Schuld sind männliche Geschlechtshormone.
Wie ein Haar entsteht
Haare bestehen aus Keratin – genau wie unsere Fingernägel. Jedes Haar hat einen eigenen „Kanal“ in der Haut, in dem es heranwächst. Die Produktionsstätte eines jeden Haares heißt „Haarfollikel“. Dort werden neue Haare gebildet, die alte Haare nach und nach verdrängen. Dadurch entsteht ein natürlicher Haarausfall: Menschen verlieren am Tag zwischen 50 und 100 Haare. Kein Grund zur Panik also.
Der Lebenslauf eines Haares
Jedes Haar durchläuft in seinem Lebenszyklus drei verschiedene Phasen. Rund 90 Prozent aller Haare befinden sich im Wachstum – das ist die erste Phase. Sie kann zwischen zwei und sechs Jahren dauern. Danach ruht das Haar ein paar Wochen, bis es schließlich langsam von einem neuen Haar verdrängt wird und ausfällt. Diese letzte Phase dauert einige Monate.xx Der genetisch bedingte Haarausfallxx Bei älteren Menschen fallen aber oft mehr Haare aus und sie wachsen kaum noch nach. Dieser Haarausfall ist meist genetisch bedingt. Viele Männer leiden schon ab 40 Jahren darunter. Ein spezielles männliches Geschlechtshormon setzt sich dann an den Haarfollikel und lässt ihn langsam verkümmern. Die Haare wachsen langsamer, werden dünner und fallen schließlich aus.
Bindestellen auf der Kopfhaut
Das männliche Geschlechtshormon kann aber nur dann am Haarfollikel andocken, wenn bestimmte Bindestellen, also Rezeptoren, vorhanden sind. Diese befinden sich vor allem auf der Kopfhaut und werden erst im Laufe des Lebens aktiv. Deshalb beginnt der Haarausfall erst im Alter und betrifft vor allem das Kopfhaar. An Bart- und Körperhaaren sind weniger Rezeptoren – deshalb kann der Haarfollikel dort ungestört weiter neue Haare produzieren.
Hormonblocker und Haarwasser zur Vorbeugung
Wer langsam Haare auf dem Kopf verliert, kann dagegen etwas tun. Für Männer gibt es zum Beispiel ein Medikament, welches das Haarausfall-Hormon blockt. Bestimmte Haarwässer können außerdem die Durchblutung der Haarfollikel anregen und somit die Haarproduktion fördern. Ist der Haarfollikel allerdings bereits verkümmert und sind die Haare schon ausgefallen, helfen auch diese Mittel nicht mehr. Daher sollte man besonders früh reagieren.






![Bild: Pfanne mit Atom; Rechte: interfoto/mauritius images/WDR[m]](/fileadmin/user_upload/Sendungen/Leonardo/2012/Kuechenexperimente/Foto/KETeaserLogo_160x70.jpg)







