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Service Gesundheit: Histaminintoleranz
Kopfschmerzen und Hautausschlag nach Käse, Wein oder Salami
Moderation: Andreas Lange
Einige Menschen bekommen Kopfschmerzen, Hautausschläge oder Herzrasen, wenn sie Käse oder Salami essen oder Wein trinken. In diesem Fall kann eine Histaminintoleranz vorliegen, die sich bemerkbar macht, wenn histaminhaltige Lebensmittel gegessen werden. Diese Lebensmittelunverträglichkeit zu diagnostizieren, ist nicht einfach - aber es lohnt sich. Wer sich einfach nur auf Verdacht eine Diät verordnet, muss schließlich auf viel verzichten und übersieht unter Umständen sogar, dass eine andere Krankheit die Beschwerden verursacht.
Wie kommt das?
Ursache ist eine Störung des Histamin Gleichgewichts im Körper. Normalerweise wird Histamin durch ein Enzym abgebaut. Fehlt dieses Enzym jedoch oder arbeitet es fehlerhaft, dann wird das Histamin, das mit der Nahrung aufgenommen wurde, nicht schnell genug abgebaut. Es sammelt sich im Körper an. Dort kann es zu verschiedenen Beschwerden führen.
Was ist Histamin?
Histamin ist ein Botenstoff, der vom Körper selber hergestellt wird. Er wird ausgeschüttet, wenn das Immunsystem des Körpers auf „Fremdkörper“ reagiert und bewirkt unter anderem, dass die Blutgefäße sich erweitern und durchlässiger werden. Daher läuft unter Umständen die Nase oder die Augen tränen. In der Lunge schwellen die Bronchien an, was zu Atemnot führen kann. Bei einer Allergie hält das Immunsystem z.B. Nüsse für einen Fremdkörper, so dass auch durch eigentlich harmlose Nüsse Histamin freigesetzt wird. Dies führt dann zu den typischen Beschwerden einer Allergie.
Keine Allergie, sondern eine Unverträglichkeit
Eine Histamin-Unverträglichkeit ist keine Allergie, denn hier reagiert nicht das Immunsystem falsch, sondern das Histamin abbauende Enzym arbeitet fehlerhaft. Die Symptome sind sehr ähnlich. Daher ist es wichtig, bei einem Verdacht auf Histamin-Unverträglichkeit eine Lebensmittelallergie auszuschließen (Allergie-Test, Prick-Test).
Aufwändige Diagnose
Eine sichere Diagnose bringt nur ein Provokationstest. Zuerst muss der Betroffene sich für ca. vier Wochen möglichst Histamin-frei ernähren. Dadurch sollten die Beschwerden sich bessern. Dann isst er einmal Lebensmittel mit und einmal ohne (Placebo) Histamin. Dabei dürfen der Betroffene und auch der Arzt nicht wissen, wann, welches Lebensmittel gerade getestet wird - damit der Patient nicht schon aus Angst vor den Beschwerden Symptome entwickelt. Wenn durch das Histamin-haltige Lebensmittel die bekannten Symptome auftreten, gilt die Diagnose als gesichert.
Lohnt sich das?
Ja – sagen Experten. Denn nur wenn eine Histamin-Unverträglichkeit festgestellt wurde, nützt es dem Betroffenen, wenn er sein Leben lang Histamin-reiche Lebensmittel meidet. Wer sich nur aufgrund eines Verdachts, ständig beim Essen beschränkt, macht sich möglicherweise unnötig verrückt – oder übersieht, dass seine Beschwerden vielleicht eine ganz andere Ursache haben.
Autor/in:
Christina Sartori
Redaktion:
Monika Kunze





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