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Schulgärten sind bei Lehrern und Schülern beliebt – allerdings oft nur theoretisch. Denn so schön die Idee vom Klassenzimmer im Grünen ist, solch ein Projekt macht Arbeit und erfordert auch ein bisschen Idealismus. Daran hapert es an vielen Schulen mit ihrem stressigen Unterrichtsalltag. Das Ergebnis: Viele Schulgärten gammeln vor sich hin. Statt Gemüse wächst Unkraut auf den Beeten. Das muss nicht sein. Wer einen Schulgarten geschickt plant, kann mit wenig Arbeit viel Erfolg haben.
Schulgarten nur mit Konzept
Dass ein Schulgarten vernachlässigt wird, ist keine Seltenheit. Meistens liegt das an den fehlenden Organisationsstrukturen. Wichtig ist, dass ein Schulgarten offiziell in das Schulkonzept aufgenommen wird. An der Schule sollte immer der gleiche Lehrer das Projekt betreuen, und er muss von der Schulleitung und dem Hausmeister unterstützt werden. Ein Schulgarten-Projekt sollte auch mit den nötigen Finanzmitteln ausgestattet sein, um Arbeitsgeräte und Pflanzen zu kaufen. Ein Netzwerk vom Elternbeirat über den Förderverein bis hin zu Naturschutzverbänden und Gärtnereien macht die Organisation eines Schulgartens leichter. Die Erfahrung an vielen Schulen lehrt außerdem: ein Schulgarten sollte abschließbar sein, sonst droht Vandalismus.
Kleine Biotopprojekte
Damit das grüne Klassenzimmer auf Dauer funktioniert, muss es auch einen Pflanzplan geben. Von der Aussaat bis zur Ernte sollte die Gartenarbeit gut durchdacht sein. Denn was nützt es, wenn Schüler mit viel Enthusiasmus Tomatenbeete anlegen, die dann in den Sommerferien vertrocknen. Ein Garten mit kleineren Biotopbereichen ist wesentlich pflegeleichter. Das kann zum Beispiel eine Wildblumenwiese mit Obstbäumen sein oder ein Komposthaufen aus Holz und Laub. Schüler können zum Beispiel auch eine Trockenmauer bauen oder Nisthilfen aus Holz und Stroh für Insekten basteln. Alles Dinge, die vom Arbeitsaufwand überschaubar sind. Auch eine Kräuterspirale anzulegen kann Spaß machen.
Fächerübergreifend lernen
Ein Schulgarten muss regelmäßig von vielen Klassen genutzt werden, damit er auf Dauer funktioniert. Das heißt, nicht nur der Biologielehrer sollte sich Gedanken machen, wie er das kleine Stück Natur in den Lehrplan integriert. Einen Schulgarten kann man zum Beispiel auch für den Mathematik- und Kunstunterricht nutzen. Oder einfach nur als grünes Klassenzimmer; man geht im Sommer in den Garten und macht Unterricht unter freiem Himmel.
Autor/in:
Sigrid Müller
Redaktion:
Angelika Böhrke





![Bild: Pfanne mit Atom; Rechte: interfoto/mauritius images/WDR[m]](/fileadmin/user_upload/Sendungen/Leonardo/2012/Kuechenexperimente/Foto/KETeaserLogo_160x70.jpg)







