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Die Zeichnung "Der Mensch" von Leonardo da Vinci auf einem gelben Farbklima (Rechte: WDR)
Sendung vom 21.01.2010, 16:05 bis 17:00 Uhr
Bild: Zwei prügelnde Jungen; Rechte: dpa

 Vermeidbar?

Service Bildung: Gewaltprävention in der Schule

Wie sich Lehrer in Konfliktsituationen am besten verhalten

Moderation: Marija Bakker

Lehrer zu sein – das ist nicht nur ein Beruf, in dem man Schülern möglichst viel Wissen beibringt. Viele Aufgaben warten auch am Rande des herkömmlichen Schulbetriebs: wenn sich Schüler mit persönlichen Problemen dem Lehrer anvertrauen oder wenn sich Kinder im Klassenzimmer ärgern oder gar prügeln. Die Frage ist dann, wie Lehrer angemessen reagieren. In einem Seminar an der Wuppertaler Universität können angehende Lehrer regelmäßig trainieren, wie sie am besten mit Gewalt- oder Konfliktsituationen umgehen.

Was können Lehrer tun?


Leider passiert es manchmal, dass Lehrer den Streitereien zwischen Schülern lieber aus dem Weg gehen und warten, bis sich der Konflikt von alleine löst. Doch damit helfen sie niemandem – und vor allem verschaffen sie sich so keinen Respekt bei den Schülern: „Wichtig ist, die Parteien erstmal zu trennen und für Ruhe zu sorgen“, sagt die Wuppertaler Hauptschullehrerin Yvonne Stegmann. Manchmal helfe es auch, einen anderen Schüler um Hilfe zu bitten, der sich ebenfalls um einen der Streithähne kümmert: „Wir müssen erstmal eine Atmosphäre schaffen, damit wir miteinander sprechen können.“

Zum Gespräch ermuntern


Ein Teil des Streites ist dann zwar beigelegt – doch meistens haben Konflikte zwischen Schülern eine Ursache, die sich über lange Zeit aufgebaut hat. Beobachten Lehrer dauerhafte Streitigkeiten zwischen Schülern, sollten sie sie ermuntern, über das Problem zu sprechen – entweder in einer Einzelberatung oder in einem gemeinsamen Gespräch.

Die Schüler mit einbeziehen


Oft wissen Schüler besser als Lehrer, welche Konflikte es zwischen den Jugendlichen gibt. Viele Schulen haben deshalb Streitschlichter ernannt, die den Lehrern in problematischen Situationen helfen. Diese Streitschlichter sind selbst noch Schüler, die in Arbeitsgemeinschaften gemeinsam mit den Lehrern Konzepte entwickeln, wie Konflikte an der Schule behoben werden können.

Präventiv handeln


Diese Streitschlichter nehmen ihre Aufgabe aktiv wahr. An der Hauptschule „Hügelstraße“ in Wuppertal tragen sie zum Beispiel Schals oder Anstecker, damit alle Schüler sie als Streitschlichter erkennen. In der Pause spielen sie nicht mit den anderen Kindern, sondern laufen umher und sprechen mit unterschiedlichen Gruppen: „Viele Konflikte entstehen nicht, weil die Streitschlichter schon im Vorfeld erkennen, wo es brenzlig werden könnte“, sagt Hauptschullehrer Malte Roß, der das Konzept seit zehn Jahren begleitet.

Die Schüler ernst nehmen


Oft entstehen Konflikte, wenn sich Schüler nicht ernst genommen fühlen: „Es ist wichtig, eine Beziehung zu den Kindern aufzubauen“, sagt Hauptschullehrer Malte Roß. Während der Pausen wandert er umher, spricht mit den Schülern – und nimmt seine Aufgabe ernst: „So kann man Konflikte am besten vermeiden.“

Wie kann ich lernen, besser mit Konfliktsituationen umzugehen?


An vielen Hochschulen, an denen Lehrer ausgebildet werden, gibt es auch zusätzliche Kurse zur Gewaltprävention. Seminare werden auch von der Polizei oder von Volkshochschulen angeboten.

 

Autor/in:

Britta Mersch

Redaktion:

Angelika Böhrke

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